Sascha Grundmann
Der britische Telekommunikationsriese Vodafone liefert konservativen Anlegern zurzeit mehrere gute Argumente für ein Investment in seine Aktie. Das betrifft neben der niedrigen Bewertung auch einige neue Projekte, die für Kursfantasie sorgen.
Kaum ist die jüngste Generation des iPhones auf dem Markt, sorgt sie schon für ordentlich Wind. Und das sogar bei Firmen, die vermeintlich gar nichts mit dem neuen Kulthandy von Apple zu tun haben. So etwa beim britischen Telekommunikationskonzern Vodafone. Da beispielsweise in Deutschland die Deutsche Telekom der Exklusivpartner von Apple in Sachen iPhone ist, sollte man ja meinen, dass Vodafone hierzulande nur wenig vom schon traditionellen Hype um das iPhone betroffen wäre. Und tatsächlich mussten Vodafone-Kunden, zumindest die mit Vertrag, in der Vergangenheit in Sachen iPhone oft in die Röhre schauen. Doch mittlerweile häufen sich im Internet die Spekulationen darüber, dass es Vodafone seinen deutschen Kunden künftig ermöglichen will, über Umwege in den Genuss des neuen iPhones 4G zu kommen.
Ob es so kommen wird oder ob Vodafone wegen lizenzrechtlicher Aspekte leer ausgehen wird, sei einmal dahingestellt. Für die Aktie des britischen Mobilfunkriesen ist dieser Umstand aber auch eher weniger von Belang - hier gibt es andere Aspekte, welche sich auf die Notierung auswirken könnten.
Grund zur Freude
So sorgt bei Analysten zurzeit vor allem Verizon Wireless für Freude. Vom Joint Venture von Vodafone und dem US-Telekommunikationskonzern Verizon Communications erwarten Experten spätestens im Jahr 2012 eine Dividende für Vodafone. Dahingehende Äußerungen gab es zuletzt von Verizon-Communications-Finanzvorstand John Killian im Rahmen mehrerer Interviews. Eine solche Dividende wäre die erste Ausschüttung von Verizon Wireless an die Briten seit dem Jahr 2005. Damals hatte das Joint Venture von Vodafone 1,8 Milliarden Dollar erhalten.
Crashkurs Börse
Wie funktioniert die Börse? Wie kommen Kurse zustande? Warum funktioniert Charttechnik? Welche Kennzahlen sind wichtig? Wie und wo kann ich ein Depot eröffnen? Wenn auch Sie sich solch grundlegende Fragen rund um das Börsengeschäft stellen, dann sind Sie bei diesem Buch gut aufgehoben.
Alle weiteren Informationen und eine Leseprobe finden Sie hier.
Die Ausschüttung wird dadurch möglich, dass bis zum Ende kommenden Jahres die Schulden bei Verizon Wireless um einen Großteil reduziert werden sollen. Diese waren durch den Kauf des Wettbewerbers Alltel im Jahr 2008 um 28,1 Milliarden Dollar vergrößert worden. Helfen sollen bei der Reduzierung unter anderem die Umsätze mit den Smartphones des Kooperationspartners Motorola. Die Modelle, die auf Googles Betriebssystem Android basieren, gehören zu den Handys mit den derzeit größten Wachstumsraten.
Einstelliges KGV
Ein weiteres Argument für die Aktie ist ihre Bewertung: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von gerade einmal 9 ist das Papier von Vodafone äußerst günstig. Die Analysten von Sanford C. Bernstein & Co sehen vor diesem Hintergrund einen deutlichen Abschlag von rund 30 Prozent gegenüber der Peergroup. Sie belassen ihre Einschätzung auf "Outperform" und geben ein Kursziel von 180 Pence aus. Ähnlich positiv sieht man es bei der Centro Raiffeisenbank. Deren Analysten stuften Vodafone zuletzt mit "Kaufen" ein. Sie führen neben einer üppigen Dividendenerhöhung - die Ausschüttung soll in den nächsten Jahren um je sieben Prozent zulegen - die gute Aufstellung an, von der das Unternehmen im Zuge einer wirtschaftlichen Belebung besonders profitieren könne, sowie die gute Entwicklung im Geschäft mit mobilen Daten.
Auch der Chart sieht gut aus: Den Kursrückgang vom Mai hat die Vodafone-Aktie gut verkraftet, mittlerweile notiert das Papier wieder auf dem Niveau vor dieser Korrektur. Mit der jüngsten Aufwärtsbewegung setzt die Notierung ihren Ende 2008 begonnenen Turnaround fort.

Zudem überzeugt die Nachrichtenlage. So hat Vodafone am Dienstag dieser Woche den Einstieg in den Bereich Internetfernsehen angekündigt. Um Weihnachten herum wollen die Briten ein entsprechendes Projekt auf den Markt bringen.
Mehrere gute Gründe
Eine niedrige Bewertung mit einem einstelligen KGV, eine gute Aufstellung mit Perspektive, eine ordentliche Dividende mit Aussicht auf stetige Steigerung und ein Kursverlauf, der noch Luft nach oben lässt - für konservativ ausgerichtete Anleger ist das Papier von Vodafone aus mehreren Gründen zurzeit eine gute Wahl. Ein Stoppkurs sollte im Bereich von 1,40 Euro platziert werden.