Thomas Bergmann
Die Aktie des Windkraftanlagenbauers bricht heute ein. Der Konzern hat die Prognose für 2010 kappen müssen und wird deshalb abgestraft. Die Analysten werden jetzt den Rechenschieber neu ansetzen müssen.
Der Windkraftanlagenbauer Vestas Wind Systems macht heute negative Schlagzeilen. Die Dänen haben im abgelaufenen Quartal einen überraschend hohen Verlust geschrieben und zudem die Prognosen für das Gesamtjahr gesenkt. Die ersten Analysten haben auf die Meldung reagiert und den Daumen gesenkt. Allerdings dürfte das weitere Rückschlagpotenzial begrenzt sein.
Verluste in dreistelliger Millionenhöhe
Wie das Unternehmen heute Morgen mitteilte fiel im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein Verlust in Höhe von 119 Millionen Euro an. Eine Umfrage unter Analysten hatte eine mittlere Schätzung von -7,3 Millionen Euro ergeben. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf eine Milliarde Euro.
Da das Unternehmen im Laufe dieses Jahres mit weniger Aufträgen aus USA, Spanien und Deutschland rechnet, hat man die Jahresprognose reduziert. Der Vorstand erwartet neuerdings einen Umsatz von sechs Milliarden Euro und eine EBIT-Marge zwischen fünf und sechs Prozent. Bislang lagen die Prognosen bei sieben Milliarden Euro und zehn bis elf Prozent Marge.
"Sell" von DZ Bank
Analyst Mario Kristl hat umgehend reagiert und die Aktie mit "Sell" eingestuft. Sein Kursziel liegt bei 250 Dänische Kronen, was umgerechnet einem Kurs von 33,60 Euro entspricht. In diesem Bereich notiert die Vestas-Aktie derzeit.
Die aktuellen Analystenschätzungen für 2010 sind nichts mehr wert. Bislang gingen die Experten von 6,7 Milliarden Euro Umsatz und 630 Millionen Euro EBIT aus. Dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass Vestas nach wie vor einer der Top-Player im Windbereich ist und bestens positioniert ist. Das Unternehmen wird deshalb weiter vom Trend hin zu regenerativen Energiequellen profitieren.

Spekulativer Kauf
Heute Morgen notierte die Vestas-Aktie bereits bei knapp 31 Euro. In der Zwischenzeit hat sie sich auf knapp 34 Euro erholt. Da das Unternehmen sehr gut aufgestellt ist, sollten Anleger versuchen, an schwächeren Tagen im Bereich von 31/32 Euro zum Zuge zu kommen. Mittelfristig dürfte die Aktie wieder in den Bereich von 40 Euro vorstoßen können.