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UBS: Bitterer Abschied vom Zuckerhut

Thorsten Küfner

Die Schweizer Großbank UBS muss weiter sparen. Daher baut der Konzern in Frankreich massiv Stellen ab und hat sich von der brasilianischen Tochter Pactual mit Verlust getrennt. Kein gutes Zeichen …

Die Schweizer Großbank UBS muss weiter sparen. Daher baut der Konzern in Frankreich massiv Stellen ab und hat sich von der brasilianischen Tochter Pactual mit Verlust getrennt. Kein gutes Zeichen …

Die Restrukturierung der UBS läuft weiter auf Hochtouren. Gestern gab die Großbank bekannt, sich von ihrer brasilianischen Tochtergesellschaft UBS Pactual getrennt zu haben. Die UBS erhielt dafür von BTG Investments 2,5 Milliarden Dollar in bar und durch die Übernahme von Schulden. In einer Pressemitteilung erklärte die UBS: „Der Verkauf des Brasiliengeschäfts entspricht der von UBS verfolgten Strategie, das Risikoprofil weiter zu senken, die Bilanz zu stärken und die Geschäftsausrichtung zu fokussieren.“

Raus aus den Wachstumsmärkten!

Experten werten den Verkauf von Pactual eher als Zeichen der Schwäche. Erst im Dezember 2006 hatte die UBS die Gesellschaft übernommen. Der Kaufpreis betrug dabei rund 2,5 Milliarden Dollar. Eigenen Angaben zufolge verbuchte die UBS daher mit der Veräußerung von Pactual einen geringen Verlust. Dabei war der brasilianische Finanzmarkt einer der wenigen, der auch 2008 florierte. Zudem hatte die UBS vor der Krise stets erklärt, in den wachstumsstärksten Regionen der Welt präsent sein zu wollen. Nachdem bereits im Dezember des vergangenen Jahres die 1,6-prozentige Beteiligung an der Bank of China verscherbelt worden war, ist nun auch die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas ein weißer Fleck auf der Karte der UBS.

Kahlschlag nicht nur in Frankreich

Darüber hinaus baut der Konzern Pressemeldungen zufolge in Frankreich in der Sparte Vermögensverwaltung zwischen 40 und 60 Prozent der Stellen ab. Die UBS wollte zu den Berichten keine Stellung nehmen. Angesichts der Pläne, bis Ende des kommenden Jahres rund 9.000 Arbeitsplätze zu streichen, wäre dieser Schritt nicht überraschend. In Portugal schlossen die Schweizer bereits im Januar ihre Vermögensverwaltungssparte – erst im Vorjahr hatte die UBS diesen Bereich gestartet. Im März verkauften die Schweizer 55 Niederlassungen des UBS Wealth Management Americas an die Brokergesellschaft Stifel Financial Corp.

Trübe Aussichten

Obwohl die UBS massiv vom Staat und der Schweizer Nationalbank SNB gestützt wird, muss sich der Konzern aus wachstumsstarken Märkten zurückziehen – kein gutes Zeichen für die Zukunft. Zumal eine der wichtigsten Ertragsquellen der Großbank, die Vermögensverwaltung, weiterhin unter dem zum Teil dramatischen Abfluss von Kundengeldern zu leiden hat (Lesen Sie hierzu auch: UBS-Ergebnis erneut tiefrot). Dies dürfte das Konzernergebnis langfristig negativ beeinflussen. DER AKTIONÄR rät daher davon ab, die UBS-Aktie zu kaufen. Welche europäischen Bankaktien mehr Potenzial bieten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 18/09 (hier als ePaper).

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