Michael Herrmann
Die Schweizer Großbank UBS hat im zweiten Quartal deutlich besser abgeschnitten als erwartet und im dritten Quartal in Folge einen Gewinn vermeldet. Die Aussichten sind dennoch nur verhalten optimistisch.
Die UBS ist eine der Banken, die am stärksten unter der Finanzkrise gelitten hat. Die hohen Abschreibungen im Investmentbanking und ein Steuerstreit mit den USA wirkten sich zudem sehr nachteilig auf das Vertrauen reicher Privatkunden in die eidgenössische Großbank aus. Das Institut verlor dadurch Milliarden an Kundengeldern in seinem Kernsegment, dem Geschäft mit sehr wohlhabenden Klienten.
Zum dritten Mal schwarze Zahlen
Nun aber schreibt UBS bereits im dritten Quartal in Folge schwarze Zahlen. Die Schweizer erzielten im Ende Juni abgeschlossenen Quartal einen Nettogewinn von 2,0 Milliarden Franken. Im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von 1,4 Milliarden Franken zu Buche. Je Aktie bedeutete dies einen Gewinn von 0,52 Franken, nach einem Verlust von 0,39 Franken. Der Vorsteuerergebnis belief sich auf plus 2,6 Milliarden Franken und die Einnahmen stiegen auf knapp 9,2 Milliarden Franken. Die Märkte reagierten euphorisch auf die positiven Zahlen. Die Aktie machte nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse einen deutlichen Kurssprung
Investmentbanking erstaunlich stark
Überraschend gut lief der Bereich Investmentbanking. Während Analysten einen Rückgang im Vergleich zum Vorquartal erwarteten, erzielte UBS im zweiten Quartal einen Vorsteuergewinn von 1,31 Milliarden Franken und damit mehr als die 1,19 Milliarden aus den vorherigen 3 Monaten. Im krisengezeichneten zweiten Quartal 2009 fiel hier noch ein Vorsteuerverlust von 1,85 Milliarden Franken verbucht.
Abfluss von Kundengeldern deutlich reduziert
Den Abfluss von Kundengeldern konnte die Bank aus Zürich im zweiten Quartal deutlich reduzieren. Die Nettoneugelder lagen bei minus 4,7 Milliarden Franken, nach minus 39,5 Milliarden im Vorjahresquartal und minus 18,0 Milliarden im Auftaktquartal 2010. Zur kompletten Unternehmensmeldung.
Analystenerwartungen deutlich übertroffen
Mit den vorgelegten Zahlen hat die UBS die Analystenerwartungen deutlich übertroffen. Diese sind von Einnahmen in Höhe von 8,27 Milliarden Franken, einem Vorsteuergewinn von 1,95 Milliarden Franken, einem Konzerngewinn von 1,26 Milliarden Franken und Nettoneugeldern von minus 12 Milliarden Franken gerechnet. Allerdings machte sich die UBS im zweiten Quartal den Kursrückgang der eigenen Anleihen zu nutze und verbuchte durch die Fair-Value-Bewertung der eigenen Verbindlichkeiten einen zusätzlichen Gewinn von 595 Millionen Franken.
Verhaltene optimistische Aussichten
Für die Zukunft zeigte sich die Bank verhalten optimistisch. Die UBS rechnet in den kommenden Quartalen mit weiteren Fortschritten, warnte jedoch, dass Bedenken hinsichtlich der Nachhaltigkeit der globalen wirtschaftlichen Erholung dazu führen könnten, dass die Märkte volatil und ohne klar erkennbare Richtung agieren, wodurch sich die Kundenaktivitäten in allen Geschäften reduzieren würden.

Weiter kein Kauf
Die UBS schreibt zwar zum dritten Mal in Folge schwarze Zahlen und die Märkte reagierten positiv, von der alten und nachhaltigen Ertragsstärke früherer Jahre ist der Bankenriese allerdings noch immer entfernt. Die Aktie ist im Branchenvergleich daher weiter nicht sonderlich attraktiv und nur eine Halteposition, denn andere Bankenwerte sind derzeit attraktiver bewertet. DER AKTIONÄR rät zu anderen Titeln aus der Finanzbranche, wie zum Beispiel den Aktien des deutschen Marktführers Deutsche Bank.