Super-Bowl-Indikator: Fluch oder Segen für die Aktienmärkte?

Michael Schröder

Heute Nacht ist es wieder so weit: Dann findet im Lucas Oil Stadium in Indianapolis der Super Bowl XLVI statt. Sportfans rund um den Globus fiebern dem Highlight des Jahres entgegen. Doch die 46. Auflage des Endspiels um die Meisterschaft der National Football League (NFL) im American Football hält nicht nur die Sportfans in Atem, sondern auch die Wall Street. Denn der Super-Bowl-Indikator gibt die Richtung für die Aktienmärkte vor – zumindest statistisch gesehen. Die Börsianer müssten daher auf einen Sieg der New York Giants hoffen.

Es gibt an der Börse eine Reihe von Weisheiten und Indikatoren. Einer davon ist der so genannte Super-Bowl-Indikator. Was steckt dahinter? Alljährlich kämpfen die führenden US-Teams der National Football Conference (NFC) und der American Football Conference (AFC) um den Super Bowl. Gewinnt das Team aus der NFC, so besagt der Indikator, geht es für die Börsen im laufenden Jahr bergauf. Gewinnt die Mannschaft aus der AFC, gehen die Kurse auf Talfahrt.

Super Bowl XLVI

In einer Neuauflage des Endspiels von vor vier Jahren stehen sich 2012 im finalen Saisonhöhepunkt der National Football League (NFL) die New York Giants und die New England Patriots gegenüber. Vor dem 46. Super Bowl, in der Nacht zum Montag (0.30 MEZ / Sat.1 live), gelten die Patriots aus der AFC mit Star-Quarterback Tom Brady als Favorit. Sie haben zehn Siege in Serie gefeiert, doch die letzte Niederlage kassierten sie am 6. November ausgerechnet gegen die Giants. Müssen sich die Anleger damit auf ein schwaches Börsenjahr einstellen?

Trefferquote leidet

Die Trefferquote des Super-Bowl-Indikators liegt bei 75 Prozent und damit höher als bei manchem konjunkturell begründeten Index. Allerdings geriet die Statistik zuletzt ein wenig unter Druck. 2008 triumphierten die New York Giants aus der NFC über dem AFC-Sieger New England Patriots. Doch das Börsenjahr 2008 endete bekanntermaßen mit historischen Kursverlusten von rund 40 Prozent. 2009 gewann mit den Pittsburgh Steelers das AFC-Team gegen die Arizona Cardinals (NFC). Dem Indikator zufolge drohte ein weiteres Jahr im Bärenmarkt. Bis März behielt der Indikator recht, danach folgte eine rasante Aufwärtsbewegung. 2011 siegten zwar die Green Bay Packers aus der NFC mit Quarterback Aaron Rodgers gegen die Pittsburgh Steelers (AFC). Gegen die Staatsschuldenkrise hatten die Sieger der Vince-Lombardi-Trophäe jedoch bekanntermaßen keine Chance. Die Indizes beendeten das Jahr mit deutlichen Verlusten. Rechtbehalten hat der Indikator zuletzt vor zwei Jahren, als die New Orleans Saints aus der NFC gewonnen haben. Dank des Schlussspurts war 2010 an der Börse noch ein ordentliches Jahr.

Werbung komplett platziert

Aber auch losgelöst vom Indikator ist der Super Bowl an der Wall Street ein Thema. Die große Footballshow wird von einer Halbzeitparty der Extraklasse aufgelockert. Popdiva Madonna und ein Ensemble der Artistentruppe des Cirque du Soleil treten auf. Das größte Sportereignis des Landes ist ein enormer Wirtschaftsfaktor. Das NFL-Finale erzielt mit etwa 800 Millionen Zuschauern weltweit regelmäßig mit die höchsten Einschaltquoten des Jahres erwartet. Trotz Finanz- und Wirtschaftskrise ist Werbung beim Finale gefragt. Der übertragende US-Sender hat dem Vernehmen nach alle Plätze für Fernsehwerbespots am "Super-Bowl-Sonntag" verkauft. Ein 30-Sekunden-Spot kostet bis zu drei Millionen Dollar. Die meisten Unternehmen produzieren eigens für den Super Bowl Spots, die besonders witzig sind oder setzen auf Superstars aus Sport, Film und Musik.

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