Alfred Maydorn
Nach den gewaltigen Kursaufschlägen am vergangenen Donnerstag von teilweise über 40 Prozent kam es bei chinesischen Solaraktien gestern zu einer deftigen Korrektur. War der Anstieg nur ein „One-Day-Wonder“ oder ist langfristig mehr drin?
Nach den gewaltigen Kursaufschlägen am vergangenen Donnerstag von teilweise über 40 Prozent kam es bei chinesischen Solaraktien gestern zu einer deftigen Korrektur. War der Anstieg nur ein „One-Day-Wonder“ oder ist langfristig mehr drin?
Ausgelöst hatte den scharfen Anstieg in der letzten Woche die Meldung, dass die chinesische Regierung die Neuinstallation von Solaranlagen mit 20 Yuan oder umgerechnet 2,94 Dollar pro Watt fördern will (Solarsektor vor Neubewertung China startet Megainvestitionen). Dieser Betrag deckt über 60 Prozent der Gesamtkosten einer Solaranlage ab und dürfte zu einer kräftigen Belebung der Nachfrage führen.
Suntech Power ist optimistisch
Auch Steve Chadima von Suntech Power (Suntech: 47-Prozent-Kurshype"), dem größten Modulherstellers Chinas, rechnet mit hunderten, wenn nicht tausenden Megawatt neuer Solaranlagen in den nächsten Jahren. Profitieren von der neuen Förderung werden wohl in erster Linie die heimischen Solarunternehmen. Bisher hatten die meisten chinesischen Solarfirmen den Großteil ihrer Produktion nach Europa exportiert.
Kritische Analystenstimmen
Leider sind bisher keine Details über die Subventionen bekannt, etwa ab wann sie beginnen oder wie sie strukturiert sind. Einige Analysten waren dann auch der Meinung, die hohen Kursaufschläge bei den chinesischen Solaraktien seien überzogen. Kurzfristig leide die Solarbranche weiterhin unter der Kreditkrise, den fallenden Preisen für Solarmodulen und den hohen Lagerbeständen.
Standort- und Kostenvorteil
Mittel- und langfristig dürfte das chinesische Förderprogramm aber die Nachfrage im Solarsektor spürbar erhöhen und so zu einer Stabilisierung der Preise beitragen. Die chinesischen Solarfirmen werden zweifellos am stärksten profitieren. Sie haben nicht nur den Standortvorteil, sondern im Vergleich zu den westlichen Solarfirmen auch die weitaus niedrigeren Personalkosten.
Favoriten Suntech und Yingli
Die jüngste Korrektur ist völlig normal nach dem scharfen Anstieg in der letzten Woche und unter der Kategorie Gewinnmitnahmen abzuhaken. Chinesische Solaraktien sind zwar ein eher spekulatives Investment, aber dafür auch überdurchschnittlich chancenreich. Und sie sind in Anbetracht ihrer guten Perspektiven ausgesprochen günstig bewertet. Neben der oben erwähnten Suntech Power empfiehlt DER AKTIONÄR die Aktie von Yingli Green Energy (Chinas Solar-Favorit) zum Kauf. Weitere aussichtsreiche chinesische Solaraktien finden sie in der aktuellen ePaper-Ausgabe von DER AKTIONÄR.
