Alfred Maydorn
Analyst Gordon Johnson von Hapoalim Securities bewertet die Perspektiven für die Solarbranche skeptisch. Viele Firmen versuchen seiner Meinung nach mit einer aggressiven Bilanzierung das schwache Wachstum zu kaschieren. Er stuft die gesamte Branche mit "Underperform" ein.
Der bekannte Solar-Analyst Gordon Johnson blickt alles andere als zuversichtlich in die Zukunft: Während im dritten Quartal aufgrund der starken Nachfrage aus Deutschland noch gute Ergebnisse zu erwarten seien, drohten der Solarbranche in den folgenden Quartalen Enttäuschungen.
Zu geringer Cashflow
Seiner Meinung versuchten viele Unternehmen, die rückläufigen Wachstumsraten mit einer aggressiven Bilanzierung zu kaschieren. So sei etwa bei First Solar trotz höherer Nettogewinne der operative Cashflow seit zwei Quartalen rückläufig. Ähnliche Entwicklungen seien beim US-Konkurrenten Sunpower und bei Suntech Power aus China zu beobachten. In elf der letzten zwölf Quartale habe Suntech einen Cashflow ausgewiesen, der unterhalb des Nettogewinns lag.
Volle Lager, offene Forderungen
Darüber hinaus wies Johnson auf die weiterhin hohen Lagerbestände und zu zögerliche Abschreibungen hin. Auf der anderen Seite würde der Bilanzposten der offenen Forderungen bei einigen Unternehmen in den letzten Quartalen spürbar anschwellen - ebenfalls kein gutes Zeichen. Unter dem Strich bewertet Johnson die gesamte Branche aufgrund der seiner Ansicht nach zu aggressiven Bilanzierung, die an Täuschung grenze, mit "Underperform".
Genau hinschauen
Gordon Johnson ist nicht unbedingt als Solar-Optimist bekannt und äußert sich nicht zum ersten Mal sehr skeptisch über die Branche, dennoch sind seine Argumente nicht ganz von der Hand zu weisen. Analysten und Anleger müssen zukünftig die vorgelegten Ergebnisse noch genauer studieren und auch zwischen den Zeilen lesen.