Andreas Deutsch
Jinpan hat schwache Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Sowohl Umsatz als auch Gewinn blieben unterhalb der Erwartungen. Die Aktie des amerikanischen Unternehmens, das seine Geschäfte überwiegend in China macht, rauschte daraufhin in den Keller. Bedeutet dies für mutige Anleger eine Kaufchance?
Der Transformatorenhersteller Jinpan International hat im ersten Quartal nur 19,6 Millionen Dollar umgesetzt. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum bedeutet dies ein Rückgang von 40 Prozent. Die Analysten hatten mit 33,2 Millionen Dollar gerechnet. Beim Gewinn je Aktie kam die Gesellschaft lediglich auf 0,07 Dollar. Hier waren die Analysten von 27 Cent pro Anteilschein ausgegangen. Als Grund für die schwache Bilanz nennt Jinpan vor allem einen harten Konkurrenzkampf in China. Der günstige Preis für einen speziellen Stahl, der ein wichtiger Bestandteil der Transformatoren ist, ermöglichte den Wettbewerbern niedrige Preise für ihre Produkte.
Es bleibt dabei
"Das erste Quartal ist traditionell das schwächste Quartal für Jinpan", sagt Zhiyuan Li, Vorstandsvorsitzender von Jinpan. Li hält an der Prognose für 2010 fest: Die Erlöse sollen um zehn bis 15 Prozent steigen, der Gewinn soll um zwei bis fünf Prozent zulegen.

Noch viel vor
Jinpan ist einer der weltweit größten Hersteller von Transformatoren. Einer der Hauptabsatzmärkte ist China. Die Experten bescheinigen den Transformatoren aus dem Hause Jinpan viele entscheidende Vorteile gegenüber fast allen Konkurrenzprodukten: Sie sind unter anderem kleiner als andere Transformatoren. Zudem sind sie einfacher instand zu halten. Der Grund: Sie sind deutlich weniger korrosionsanfällig und feuergefährdet. Darüber hinaus ist bei den Jinpan-Transformatoren das Risiko der Überladung niedriger. Zudem geht bei ihnen viel weniger kostbarer Strom verloren als bei anderen vergleichbaren Produkten. Nicht nur bei der konventionellen Energiegewinnung, auch in der Windenergie findet Jinpans Technik Verwendung.
Jetzt rein?
Jinpan kann ohne Frage einer der großen Smart-Grid-Gewinner werden. Viele Regierungen wollen massiv in das Stromnetz investieren. Dabei bedarf es auch etlicher Transformatoren.
Mark Tobin, Analyst von Roth Capital Partners, hält nach den schwachen Zahlen an seiner Kaufempfehlung fest. Als Kursziel nennt er 27 Dollar. DER AKTIONÄR rät mutigen Anlegern, eine erste Tradingposition aufzubauen. Ein enger Stopp bei elf Euro empfiehlt sich.