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Schokoladen-Ehe verzückt Anleger

Steffen Eidam

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Der weltgrößte Schokoladen- und Kakaoproduzent Barry Callebaut wird Hauptlieferant des Nahrungsmittelkrösus Kraft Foods. Nach dem richtungsweisenden Deal dürften nur wenige Anleger der süßen Versuchung widerstehen können.

Nach der Übernahme von Cadbury durch Kraft Foods rücken jetzt abermals die Schokoladenproduzenten in den Blickpunkt. Und erneut nimmt der US-Konzern eine zentrale Rolle ein. Kraft Foods hat einen globalen Liefervertrag mit Branchenführer Barry Callebaut unterzeichnet. Von der Zusammenarbeit dürften beide Unternehmen profitieren, das höhere Kurspotenzial hat das Papier der Schweizer.

Weltweite Schokoladen-Ehe

Kraft Foods, der weltweit zweitgrößte Nahrungsmittelkonzern, ist auf der Brautschau bei Barry Callebaut fündig geworden. Der Schweizer Branchenführer wird in Zukunft als Hauptlieferant für Kakaoprodukte und Industrieschokolade fungieren. Die Vereinbarung sieht vor, dass Barry Callebaut den größten Teil des weltweiten Bedarfs von Kraft Foods abdecken wird. Um den Anforderungen gerecht zu werden - das bestehende Geschäftsvolumen mit Kraft Foods wird sich somit mehr als verdoppeln - werden die Eidgenossen ihre Produktionskapazitäten insbesondere in den USA, Kanada, der Elfenbeinküste, Malaysia und Europa hochfahren. Dafür wird der Konzern umgerechnet mehr als 50 Millionen Euro locker machen. Die Produktion beginnt umgehend und wird dann über die nächsten drei Jahre schrittweise erhöht.

Meilenstein für Callebaut

Für den Schweizer Konzern stellt dieser Vertrag einen Meilenstein dar, wie auch Vorstandsvorsitzender Jürgen Steinemann erklärt: "Diese langfristige globale Liefervereinbarung mit Kraft Foods zählt zu den größten strategischen Transaktionen, die unser Unternehmen je unterzeichnet hat. Das bedeutet, dass es uns gelungen ist, Barry Callebaut in der internationalen Nahrungsmittelindustrie als führenden Lieferanten von Kakao- und Schokoladenprodukten fest zu etablieren."

Leckeres Schokoladen-Geschäft

Schon vor dem Deal mit Kraft Foods konnten sich die Schweizer über mangelnde Nachfrage nicht beschweren. In den ersten drei Quartalen des laufenden Geschäftsjahres 2009/10 zog der Umsatz um 7,9 Prozent auf 3,9 Milliarden Schweizer Franken (CHF) an. Ohne Fremdwährungseffekte ergab sich sogar ein Zuwachs von rund zwölf Prozent. Für die weitere Zukunft gibt sich der Firmenlenker vorsichtig optimistisch: "Die Visibilität ist allgemein sehr gering, was sich etwa auch daran zeigt, dass unsere Kunden ihre Bestellungen weiterhin sehr kurzfristig aufgeben."

Rückgang des Kakao-Preises

Vor dem Hintergrund eines sinkenden Kakaopreises zeigte sich auch Finanzchef Victor Ballizuversichtlich: "Die Entspannung in den letzten Wochen ist für uns und für die ganze Industrie sicher positiv." Sein Konzern wolle vor allem in Asien, Australien und auch in Europa expandieren. Dank der neuen Fabrik in Brasilien hätte man nun auch einen Fuß im südamerikanischen Markt.

Aktie gerade langfristig interessant

Der Vertrag mit Kraft Foods dürfte die Aktie von Barry Callebaut beflügeln. Der solide finanzierte Konzern dürfte zudem von der Expansion in die Schwellenländer profitieren. DER AKTIONÄR rät zum Kauf mit Kursziel von zunächst 600 Euro. Gelingt es, das alte Hoch in diesem Bereich zu überwinden, sollte der Kurs in neue Regionen vordringen. Anleger sollten ihren Stopp bei 460 Euro setzen.

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