Steffen Eidam
Die Marke Swatch ist auf der ganzen Welt gefragt. Angesichts der hohen Nachfrage zeigt sich Konzernchef Nick Hayek äußerst optimistisch. Weniger erfreulich entwickelte sich zuletzt die Aktie. Wie geht es weiter?
Die Swatch-Gruppe hat im vergangenen Jahr ein ausgezeichnetes Ergebnis erzielt und auch im laufenden Jahr soll das Geschäft weiter brummen. Im Januar erzielten die Schweizer sogar einen neuen Firmenrekord. Dennoch musste die Aktie zuletzt Federn lassen. Ist die Zeit reif für einen Einstieg?
Einmaliger Jahresauftakt
Kurz vor der Bekanntgabe des Geschäftsberichts 2010 zeigte sich Firmenlenker Nick Hayek, Sohn des legendären „Mr. Swatch" Nicolas G. Hayek, zuversichtlich über den weiteren Geschäftsverlauf des weltgrößten Uhrenherstellers. Im laufenden Jahr rechnet er mit einem Umsatz von über sieben Milliarden Franken (5,45 Milliarden Euro). "Die unglaubliche Dynamik setzt sich fort", sagte Konzernchef Nick Hayek in einem Interview mit der Zeitung Le Temps. Im traditionell eher schwachen Januar erzielten die Schweizer den besten Januar-Wert aller Zeiten. Kein Wunder, dass der Konzernchef an seinem Ziel festhält, über kurz oder lang die Marke von zehn Milliarden Franken beim Umsatz zu knacken.
Wechselkurs belastet
Einzig der starke Franken laste derzeit auf die Geschäfte, berichtet Hayek weiter. Und das dürfte einer der Hauptgründe für die zuletzt eher schwache Entwicklung der Swatch-Aktie sein. Die Heimatwährung Schweizer Franken (CHF) tendiert gegenüber dem Euro und dem US-Dollar sehr stark. Das drückt auf die Gewinne des Weltkonzerns Swatch. Ein weiterer Grund für die Vorsicht unter den Investoren sind die außerordentlich guten Vergleichszahlen des Konzerns. Mit einer Umsatzsteigerung von rund 19 Prozent auf 6,44 Milliarden CHF sowie einem Gewinn von 1,08 Milliarden CHF (plus 41 Prozent) liegt die Messlatte für künftige Ergebnisse schon sehr hoch.

Pro und Contra
Während es bei Swatch auf fundamentaler Seite kaum etwas auszusetzen gibt, zudem die Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von mittlerweile mehr als 82 Prozent überzeugt, wirkt sich neben ungünstigen Wechselkursen auch die Charttechnik negativ aus. Der jüngste Rebound nach dem Kursrutsch seit Mitte Februar erwies sich nur als Strohfeuer. Kurzfristig bleibt die Aktie angeschlagen. Ein Test des Jahrestiefs bei 370 CHF (285 Euro) ist durchaus denkbar. Das Kursziel von DER AKTIONÄR bei 300 Euro wurde bereits im November erreicht. Mittel- bis langfristig bleibt die Aktie aber kaufenswert - erst recht auf dem reduzierten Niveau.