Sacyr Vallehermoso und Morphosys im Blick der Anleger; Börsenwelt Presseschau II
Die Actien-Börse wagt sich an die Turnaround-Wette Sacyr Vallehermoso. Die Prior Börse freut sich über die Erfolge von Morphosys.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten der Actien-Börse mahnen: Anleger, die auf Substanzwerte setzen, sollten die Aktie von Sacyr Vallehermoso meiden. Dieses spanische Unternehmen ist die derzeit rasanteste und spektakulärste Immobilen-Spekulation und sie dürfte sich an der Entwicklung auf dem US-Immobilienmarkt in den vergangenen drei Jahren orientieren. Während der US-Immobilienmarkt nur mühsam einen Boden fand und sich nun erholt, zogen die Aktienkurse sämtlicher US-Baufirmen bereits zuvor an, wobei sich die Kursgewinne in zwei Jahren auf mindestens 300 Prozent beliefen. Der spanische Immobilienmarkt steht nun vor einem ähnlichen Phänomen. Verlierer in der Immobilien-Baisse sind die Banken und/oder die Eigentümer, aber der reale Wert aller Immobilien bleibt im Wesentlichen erhalten. Das ist allerdings nicht mit dem Bilanzwert nach IFSF zu verwechseln. Sacyr Vallehermoso kommt bei einem Aktienkurs von zwei Euro auf einen Börsenwert von rund 820 Millionen Euro und ist einer der größten Vermögensverwalter von Wohnungen und Bauträger in Spanien. Der Buchwert der Immobilien beträgt rund sechs Euro je Aktie. Der Cashflow je Aktie dürfte nächstes Jahr 0,66 bis 0,70 Euro betragen; im Jahr 2008 belief er sich noch auf sechs Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei branchenüblichen 15 Prozent. Die Spekulation lautet: Europa/die Eurozone/die Europäische Zentralbank/der Internationale Währungsfonds hilft/helfen dem Staat Spanien. Der Staat Spanien hilft den spanischen Banken. Die spanischen Banken helfen ihren (Immobilien)-Kunden. Das Kursziel beträgt 3,10 Euro.

Die Prior Börse: Eine Erfolgsgeschichte, kurz-, wie langfristig
Nachdem Morphosys einen Forschungserfolg für einen Medikamenten-Kandidaten gemeldet hat, stieg der Aktienkurs deutlich und überwand dabei einen wichtigen waagerechten Widerstand. Morphosys möchte den Wirkstoff mit einem finanzstarken Pharmapartner weiterentwickeln, wobei das Biotechnologie-Unternehmen durch die Auslizenzierung durchaus 100 Millionen Euro von diesem Partner erhalten könnte. Darüber hinaus würden bei weiteren Forschungserfolgen Meilensteinzahlungen fällig. Morphosys hat sich auf sogenannte therapeutische Antikörper spezialisiert und entwickelt mehr als 70 davon. Ein Wirkstoff erreichte bereits die klinische Testphase III. Der mit dem Schweizer Pharmakonzern Roche entwickelte Medikamentenkandidat gegen Alzheimer hat Blockbuster-Potenzial, damit könnten also Spitzen-Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde Dollar erzielt werden. Insgesamt durchlaufen derzeit 16 potentielle Arzneimittel die klinische Erprobung, wobei diese Mittel gegen eine Vielzahl von Krankheiten eingesetzt werden sollen. Morphosys gilt zudem als Übernahmekandidat, wobei dem engen Partner Novartis Interesse nachgesagt wird. Der Schweizer Pharmakonzern besitzt bereits sechs Prozent der Aktien von Morphosys. Jüngst haben sich aber auch Finanzinvestoren wie Morgan Stanley (mit sieben Prozent) oder Mark Lampert (mit sechs Prozent) positioniert. Den aktuellen Börsenwert von 560 Millionen Euro könnten große Pharma-Konzerne sehr leicht bezahlen. Die Experten der Prior Börse verweisen zudem auf den auch langfristigen Erfolg der Aktie von Morphosys, die im Jahr 1999 splitbereinigt zu 8,33 Euro an die Börse kam.
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