Steffen Eidam

Der irische Billigflieger will noch höher hinaus. In Zukunft soll die Flotte um 300 Maschinen erweitert werden. Unterdessen sorgt der schrille Firmenlenker O'Leary mit seiner neuesten Sparidee für enormes Aufsehen.
Europas größter Billigflieger Ryanair war in der Vergangenheit immer für Überraschungen gut. Und solange Michael O'Leary das Sagen bei den Iren hat, wird sich daran auch nichts ändern. Der exzentrische Boss erläuterte in einem Interview, dass er seine Flugzeugflotte gleich um 300 Maschinen aufrüsten möchte. Ganz nebenbei erklärte er, dass in Zukunft nur noch ein Pilot für das Wohl der Passagiere verantwortlich zeichnen soll - das spare eine Menge Geld.
Flugzeugflotte wird kräftig aufgerüstet
Ryanair-Chef Michael O'Leary erwägt den Kauf von bis zu 300 neuen Flugzeugen im Wert von mehreren Milliarden Euro. Dabei könnte der im Dezember abgebrochene Deal mit dem Flugzeugherseller Boeing über bis zu 200 neue Maschinen vom Typ 737 in die Tat umgesetzt werden. Weitere hundert Flieger von Boeing oder vom europäischen Konkurrenten EADS könnten nach Angaben des Ryanair-Chefs noch hinzukommen. Die 200 neuen Flugzeuge sollten in den Jahren 2013 bis 2016 ausgeliefert werden. Ungeachtet dessen übernimmt Ryanair im laufenden Jahr 48 neue 737 in ihre Flotte. In den kommenden zwei Jahren werden weitere 64 Maschinen aus anderen Verträgen folgen.
Künftig nur noch ein Pilot?
Ein Sparvorhaben von O'Leary sorgt unterdessen für Aufsehen. Der Firmenlenker hat bei den Luftaufsichtsbehörden die Streichung des Co-Pilots für kürzere Strecken beantragt, schließlich übernehme der Computer mittlerweile die Hauptarbeit beim Flug. Mit diesen Verzicht könnten seiner Ansicht nach riesige Summen eingespart werden. Bei Zügen sei schließlich auch nur ein Lokführer an Bord. "In 25 Jahren mit mehr als zehn Millionen Flügen hatten wir einen Piloten, der einen Herzinfarkt erlitt, und der hat das Flugzeug noch zum Landen gebracht", so O'Leary weiter. Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) hat diesen Antrag allerdings umgehend abgelehnt: "Der gewerbliche Betrieb von Verkehrsflugzeugen mit nur einem Piloten ist nicht zulässig", sagt Hans-Henning Mühlke, Leiter der Abteilung Betrieb des LBA.
Aktie bleibt ein Kauf
Die Aktien von Ryanair zählen weiterhin zu den Branchenfavoriten des AKTIONÄRs. Das Kursziel lautet nach wie vor 4,70 Euro, der Stoppkurs sollte bei 2,90 Euro belassen werden.