Rio Tinto: Kritik an Joint Venture mit BHP Billiton
Marion Schlegel
Nach der Absage Rio Tintos an Chinalco hat der britisch-australische Bergbaukonzern in der vergangenen Woche überraschend einen Deal mit BHP Billiton bekannt gegeben. Aber auch hier werden immer mehr kritische Stimmen laut.
Nach der Absage Rio Tintos an Chinalco hat der britisch-australische Bergbaukonzern in der vergangenen Woche überraschend einen Deal mit BHP Billiton bekannt gegeben. Aber auch hier werden immer mehr kritische Stimmen laut.
Vor wenigen Tagen hat Rio Tinto mitgeteilt, ein Eisenerz-Gemeinschaftsunternehmen in Westaustralien mit BHP Billiton gründen zu wollen. Von dem Joint Venture erhoffen sich die Gesellschaften Sparpotenziale von mehr als zehn Milliarden Dollar (vgl. "Rio Tinto: Aktie geht durch die Decke"). Doch wie schon beim geplanten Engagement von Chinalco gibt es auch an den neuen Plänen Rio Tintos harrsche Kritik. So befürchtet die World Steel Association (worldsteel) eine Einschränkung des Wettbewerbs. Sollte das Joint Venture zustande kommen, würden die drei größten Konzerne Rio Tinto, BHP Billiton und Vale rund 70 Prozent des gesamten Marktes kontrollieren. Der Generaldirektor Ian Christmas forderte deswegen die Wettbewerbsbehörden auf, die Pläne zu blockieren.
Kritik aus aller Welt
Auch der europäische Stahlverband Eurofer hat Bedenken geäußert und die Europäische Union aufgefordert, eine Wettbewerbsprüfung einzuleiten. Eurofer sieht bei dem geplanten Deal ähnliche Auswirkungen für den Weltmarkt für Eisenerz, wie sie sich bereits ergeben hätten, wenn die feindliche Übernahme von Rio Tinto durch BHP Billiton im vergangenen Jahr zustande gekommen wäre. Damals zog sich BHP Billiton zurück, kurz nachdem die Europäische Kommission offizielle Einwände gegen das Vorhaben erhoben hatte. Kritik kommt auch von der chinesischen Eisen- und Stahlvereinigung sowie vom südkoreanischen Stahlhersteller Posco.
Entscheidung naht
Anleger, die der Kauf-Empfehlung des AKTIONÄRs im Dezember vergangenen Jahres gefolgt sind, können sich bereits über einen Kursanstieg von mehr als 100 Prozent freuen. Aus charttechnischer Sicht dürfte nun bald die Entscheidung anstehen, in welche Richtung die Aktie von Rio Tinto das Dreieck verlässt. Untere Begrenzung ist der seit Dezember 2008 ausgebildete Aufwärtstrend, obere Begrenzung die Marke von 3.195 Britischen Pence. Anleger sollten am Ball bleiben und den Stoppkurs bei 26,50 Euro legen.
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