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Aller guten Dinge sind drei

Frank Phillipps

Ein Nanotechsystem zur Medikamentenverabreichung könnte den Australiern bald zum Durchbruch verhelfen.

Mit der Aktie des kleinen australischen Unternehmens Psivida (A0Q 4DA) können Anleger gleich zwei Megatrends spielen: Bio- und Nanotechnologie.

Psivida entwickelt winzige Systeme, mit deren Hilfe Medikamente über einen längeren Zeitraum und zudem äußerst schonend für den Patienten verabreicht werden können, und hat sich hierbei auf den Bereich schwerwiegender Augenerkrankungen spezialisiert.

Der Clou: Die Firma hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass ihre Technologie funktioniert. Zwei Systeme, Vitrasert und Retisert, wurden in den Jahren 1996 und 2005 von der amerikanischen Gesundheitsbehörde zugelassen und erfolgreich an Bausch & Lomb auslizensiert. Nun soll der dritte Streich folgen.

Im Kampf gegen schwere Augenerkrankungen

Das dritte Ass im Ärmel heißt Iluvien und soll gegen das sogenannte Diabetische Makulaödem eingesetzt werden, eine durch Diabetes hervorgerufene Erkrankung der Netzhaut des Auges und zugleich die häufigste Ursache für Erblindungen bei Personen bis 65 Jahre. Bislang konnte das Leiden nur mit Laseranwendungen behandelt werden, ein zugelassenes Medikament gibt es noch nicht.

Das will Psivida jedoch ändern. An 956 Patienten wurde luvien über viele Monate hinweg in einer für die Zulassung relevanten und daher extra groß angelegten Phase-III-Studie getestet. Die Ergebnisse, welche Erkenntnisse über Effektivität und Sicherheit des Produkts über zwei Jahre hinweg liefern sollen, dürften Ende Dezember präsentiert werden. In Studien mit kleineren Patientenzahlen lieferte die Anwendung bereits gute Ergebnisse, die Sicht der Patienten verbesserte sich deutlich.

Großer Pluspunkt von Iluvien: Einmal per Nadel injiziert, kann es Patienten bis zu 36 Monate lang mit dem notwendigen Wirkstoff versorgen. Genau darin ist es anderen Anwendungen überlegen, die sich derzeit in der klinischen Entwicklung befinden. Allergans Posudex beispielsweise müsste alle sechs Monate verabreicht werden, Genentechs Lucentis gar alle sechs Wochen, jedes Mal natürlich verbunden mit einer sehr unangenehmen Injektion für den jeweiligen Patienten. Psividas System punktet aber nicht nur mit einem Komfortvorteil für die Patienten, es könnte auch bereits in gut einem Jahr auf den Markt kommen. Dagegen dürften Phase-III-Daten der Konkurrenz nicht vor 2011 vorliegen.

Zulassung schon 2010?

Kann Iluvien überzeugen, will Psividas Partner Alimera Sciences den Zulassungsantrag im zweiten Quartal 2010 stellen und aufgrund des dringenden medizinischen Bedarfs einen Priority Review, also einen verkürzten Zulassungsprozess von sechs Monaten Dauer beantragen. Läuft alles nach Plan, dürfte die amerikanische Zulassungsbehörde FDA Ende 2010 ihre Entscheidung bekannt geben. Bei einer Zulassung würde Psivida von Alimera eine Meilensteinzahlung von 25 Millionen Dollar bekommen.

Daneben winkt ab Marktstart jährlich ein 20-Prozent-Anteil am Gewinn, den Alimera mit dem Verkauf von Iluvien einfährt. Und dieser könnte beträchtlich ausfallen. Allein in der Indikation Diabetisches Makulaödem beziffern Experten das Marktpotenzial auf über eine Milliarde Dollar. Daneben durchläuft Iluvien zwei Phase-II-Studien sowohl bei feuchter als auch trockener altersbedingter Makula-Degeneration, einer ebenfalls sehr schweren Netzhauterkrankung. Großer Vorteil für Psivida: Alimera übernimmt sämtliche Kosten der Studien.

Übernahmefantasie inklusive

Neben der vielversprechenden Pipeline spricht auch die Aktionärsstruktur für eine Spekulation mit der Psivida-Aktie. Im Jahr 2007 hat sich der Pharmariese Pfi zer mit rund zehn Prozent an den Australiern beteiligt. Die Kooperation umfasst auch Meilensteinzahlungen an Psivida im Gesamtwert von 155 Millionen Dollar. Kann die Biotechschmiede mit ihrer innovativen Technologie weiterhin punkten, erscheint eine Komplettübernahme durch Pfizer oder einen anderen Player der Pharmabranche mittelfristig durchaus möglich.

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