Peugeot: Die letzte Spritze
Der schwer angeschlagene Autobauer Peugeot hat sich finanziellen Spielraum verschafft. An den Zukunftsaussichten hat sich allerdings nicht viel geändert. Es sieht düster aus.
Der Autobauer Peugeot darf mit einer neuen Milliardenstütze von seinen Gläubigerbanken rechnen. Zudem soll die Partnerschaft mit GM ausgedehnt werden. Das stützt den wankenden Riesen, die operativen Probleme bleiben aber ungelöst.
Wichtige Finanzspritze
PSA Peugeot-Citroën erhält von seinen Gläubigerbanken die erhoffte Finanzspritze in Höhe von 11,5 Milliarden Euro zur Refinanzierung. Laut Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon soll das Geschäft Anfang nächsten Jahres über die Bühne gehen. Der schwer gebeutelte Konzern hatte bereits Ende Oktober Staatsgarantien in Höhe von sieben Milliarden Euro zur Refinanzierung seiner Finanztochter erhalten. Damals wurde die neue Tranche bereits angefragt.
Kooperation mit GM
Zuvor gaben die Franzosen eine Kooperation mit dem Konkurrenten General Motors (GM) bekannt. Beide Konzerne wollen künftig drei Modelle für die GM-Marken Opel und Vauxhall sowie für Peugeot entwickeln. Die ersten Autos aus der Allianz sollen bis Ende 2016 auf den Markt kommen. Zudem erhofft man sich von der Zusammenlegung des Einkaufs deutliche Kostenersparnisse. Nach spätestens fünf Jahren soll das Sparpotenzial auf jährlich 1,5 Milliarden Euro anwachsen. Auch im Bereich Motoren wollen PSA und GM kooperieren. Hier soll die bestehende Allianz über Europa hinaus auf Lateinamerika und andere Wachstumsmärkte ausgedehnt werden.

Späte Einsicht
Peugeot erwirtschaftet derzeit rund drei Viertel seiner Erlöse auf dem darbenden europäischen Automarkt. Die Ausweitung auf lukrative Märkte kommt viel zu spät. Nicht zuletzt weil die Konkurrenz aus Deutschland dort längst Fuß gefasst hat. Dennoch: Die jüngsten Schritte sind positiv zu bewerten. Bis die erhofften Synergieeffekte eintreten, dürfte aber noch viel Zeit vergehen. Bis dorthin hängt der Konzern am Tropf Europa. Und dieser Markt liegt am Boden. Auf Sicht drohen weitere Werksschließungen, zudem dürften Rabattaktionen den Gewinn weiter drücken. Anleger machen einen großen Bogen um die Aktie.
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