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Pack die B@dehose ein: Ctrip, Expedia, hotel.de und Priceline im Check

Sascha Grundmann

Das Geschäft einiger Online-Reiseanbieter boomt. DER AKTIONÄR sagt, welche Aktien aus diesem Bereich nach den jüngsten Kursanstiegen noch kaufenswert sind.

Das Geschäft einiger Online-Reiseanbieter boomt. DER AKTIONÄR sagt, welche Aktien aus diesem Bereich nach den jüngsten Kursanstiegen noch kaufenswert sind.

„Zu Hause ist es immer noch am schönsten“, besagt der Volksmund. Aber auch wenn er damit allen Stubenhockern recht geben mag, verbringen viele Menschen ihren Urlaub dennoch nach wie vor lieber an exotischen Stränden oder in aufregenden internationalen Metropolen als auf dem heimischen Balkon zwischen Geranien und Stiefmütterchen. Das ist 2009 nicht anders als in anderen Jahren – weltweiter Wirtschaftskrise, Schweinegrippe und Terrorängsten zum Trotz. Jüngster Beweis dafür sind die Quartalszahlen einiger Online-Reiseveranstalter. Sie belegen schwarz auf weiß, dass immer mehr Sonnenhungrige sowohl Flug und Hotel als auch komplette Reisen über das Internet buchen. Und dieser Trend erstreckt sich über den gesamten Globus.

Die ganze Palette
So gab etwa Ctrip.com, das führende chinesische Online-Portal, in der vergangenen Woche ein Wachstum in allen Bereichen bekannt: Die Erlöse bei den Hotelreservierungen stiegen im ersten Jahresviertel um neun und beim Geschäft mit Flugtickets um 16 Prozent, der Bereich Packaged Tours, der komplette Reisepakete umfasst, legte gar um über 40 Prozent zu. Insgesamt steigerte Ctrip den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 17 Prozent auf nun 428,6 Millionen Yuan (rund 46,3 Millionen Euro). Das Nettoergebnis legte im selben Zeitraum um 23 Prozent auf 121,4 Millionen Yuan (13,1 Millionen Euro) zu.

Erwartungen geschlagen
Ähnlich stark fiel das jüngste Quartal des US-Anbieters Priceline aus. Der Konzern aus Connecticut, der in Europa durch seine Tochtergesellschaft Booking.com bekannt ist, konnte seinen Gewinn sogar um 81 Prozent auf 25 Millionen Dollar beziehungsweise 53 Cent je Aktie steigern. Rechnet man die Sonderbelastungen heraus, beträgt das Plus 1,09 Dollar pro Anteilschein – der Markt hatte im Vorfeld mit nur 91 Cent gerechnet. Und das, obwohl Konkurrent Expedia vor dem Hintergrund der Krise einen Gewinnrückgang hinnehmen musste. Auch beim Umsatz schlug Priceline die Markterwartungen: Die Erlöse lagen mit 462,1 Millionen Dollar um 15 Prozent höher als im Vorjahr und um 4,8 Prozent höher als die Prognosen der Analysten. Dennoch hinterlässt die Rezession auch bei Priceline ihre Spuren: Priceline verzichtet ihretwegen – und wegen der Unsicherheit über die Auswirkungen der Schweinegrippe – auf eine konkrete Prognose für das Gesamtjahr.

Chance in der Krise
Gerade in dem konjunkturell schwachen Umfeld sehen einige Anbieter allerdings auch Chancen. So das deutsche Hotelreservierungsportal hotel.de: Die Nürnberger, deren Angebot sich über 210.000 Hotels weltweit erstreckt, wollen als Reaktion auf die Wirtschaftskrise ihr Geschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen forcieren. „Der Geschäftsreisende bleibt auch in Krisenzeiten ein besonders gern gesehener Gast, von dem man sich wiederholte Buchungen erhofft“, so ein Sprecher des Konzerns. Zudem expandiert hotel.de nach Asien: Anfang Mai gaben die Franken die Eröffnung eines Büros in der chinesischen Metropole Schanghai bekannt.

Wer ist kaufenswert, wer nicht?
Die Aktie von Priceline ist nach den jüngsten Kursanstiegen ambitioniert bewertet. Investierte Anleger sollten den Stopp nachziehen. Ctrip ist nicht ganz so teuer und bietet sich auf dem aktuellen Niveau zum Neueinstieg an. Ähnliches gilt für hotel.de. Dagegen drängt sich ein Kauf der Expedia-Aktie zurzeit nicht auf.

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