Nokia meldet Millionenverlust - Aktie schießt in die Höhe
Der finnische Handybauer Nokia hat im dritten Quartal einen herben Verlust erlitten. Der Absatz von Smartphones brach dramatisch ein. Dennoch: Die Aktie hat mit einem Freudensprung auf die Zahlen reagiert. Wie geht es jetzt weiter?
Der angeschlagene Handybauer Nokia ist im dritten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust des Konzerns vervielfachte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 969 Millionen Euro (Vorjahr: 68 Millionen Euro). Das Ergebnis je Aktie belief sich auf minus 26 Cent und auf bereinigter Basis auf minus sieben Cent. Die Barreserven, über die das Unternehmen noch verfügt, sanken von 5,1 Milliarden Euro auf 3,6 Milliarden Euro.
Umsatzeinbruch
Der Umsatz verringerte sich um 19 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Die Erlöse in der wichtigen Handysparte verringerten sich um 34 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Mit Smartphones setze Nokia noch 976 Millionen Euro um - ein Minus von 56 Prozent. Gleichzeitig brach der Smartphone-Absatz um 63 Prozent auf 6,3 Millionen Stück ein - davon 2,9 Millionen Lumia-Modelle. Insgesamt brachte Nokia 82,9 Millionen Handys (minus 22 Prozent) für durchschnittlich 43 Euro (Vorjahr: 51 Euro) an den Mann.
Erwartungen übertroffen
Was sich auf den ersten Blick schlecht liest, macht durchaus Mut. So hatten Analysten lediglich mit Erlösen von 6,9 Milliarden Euro sowie einem Verlust von elf Cent je Aktie gerechnet. Die Zahl der verkauften Lumia-Phones lag im Rahmen der Erwartungen. Zudem hat die Netzwerksparte Nokia Siemens Networks ein leichtes Umsatzplus von drei Prozent auf 3,5 Milliarden Euro eingefahren. Das operative Ergebnis verbesserte sich sogar von minus 114 Millionen Euro auf plus 182 Millionen Euro.
Zudem verbesserte sich die Gewinnspanne in der Handysparte auf minus 7,4 Prozent. Im Vorquartal hatte die Marge noch bei minus 9,1 Prozent gelegen. Im vierten Quartal rechnet das Management mit einer Spanne zwischen minus zehn und minus zwei Prozent.
Hinzu kommt, dass Nokia bald mit seinen neuen Lumia-Modellen auf Kundenfang gehen wird. Voraussichtlich ab dem 1. November wird das neue Flagschiff Lumia 920 gegen Apple und Samsung ins Feld ziehen.

Es bleibt spannend
Sollte Nokia-Chef Stephen Elop mit Windows Phone auf das richtige Pferd gesetzt haben, dürften die aktuellen Kurse bald der Vergangenheit angehören. Der Titel eignet sich aber nach wie vor nur für spekulativ orientierte Anleger. Das Kursziel lautet vorerst 3,80 Euro. Ein Stopp bei 1,30 Euro sichert ab.
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