Nokia hängt am Tropf: Aktie rauscht brutal in die Tiefe
Die Nokia-Aktie sticht heute mit kräftigen Verlusten ins Auge. Die Gewinne der vergangenen Tage sind damit komplett zunichte gemacht worden. Der Grund: Die Finnen wollen mit einer Wandelanleihe die schrumpfenden Barreserven aufstocken. Wie geht es jetzt weiter?
Der angeschlagene Handyhersteller Nokia will institutionellen Anlegern bis 2017 laufende Wandelanleihen über 750 Millionen Euro anbieten. Der Kupon soll zwischen 4,25 und 5,00 Prozent liegen.
Im April hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit der Finnen auf Ramschniveau herabgestuft. Es gebe ein erhebliches Risiko, dass sich die Entwicklung weiter verschlechtern werde. Auch andere Ratingagenturen senkten das Rating bereits auf Ramschniveau. Damit muss Nokia tiefer in die Tasche greifen, wenn neue Schulden aufgenommen werden.
Der Verlust des Konzerns vervielfachte sich im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 969 Millionen Euro (Vorjahr: 68 Millionen Euro). Der Umsatz verringerte sich um 19 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Die Barreserven, über die das Unternehmen noch verfügt, sanken von 5,1 Milliarden Euro auf 3,6 Milliarden Euro. Im Anschluss an die Ergebnisse haben sich zahlreiche Analysten zu Wort gemeldet.

Nichts für schwache Nerven
Trotz der bestehenden Risiken traut DER AKTIONÄR Nokia das Comeback zu. Anfang November ist mit dem Marktstart der neuen Lumia-Modelle zu rechnen. Und es schaut gar nicht schlecht aus. In Italien beispielsweise ist das Flagschiff Lumia 920 bereits vor Verkaufsbeginn ausverkauft. Die Aktie eignet sich nach wie vor nur für risikofreudige Anleger. Das Kursziel lautet vorerst 3,80 Euro. Ein Stopp bei 1,30 Euro sichert ab.
Mit Material von dpa-AFX.
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