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Nokia: Sucht Siemens bald das Weite?

Florian Westermann

Der DAX legt am Nachmittag mehr als zwei Prozent zu, die Aktie des finnischen Handybauers Nokia dümpelt dagegen vor sich hin. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona haben die Finnen vier neue Modelle vorgestellt. Neues gibt es auch vom Joint Venture Nokia Siemens Networks.

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Auf dem Mobile World Congress in Barcelona hat Nokia vier neue Mobiltelefone vorgestellt. Das Nokia 105 soll vor allem Käufer in den Emerging Markets ansprechen und wird für 15 Euro vor Steuern in den Handel kommen. Das Gerät bietet einen Farbbildschirm, Radio, eine eingebaute Taschenlampe und eine vor Spritzwasser und Staub geschützte Gummi-Tastatur. Der Akku soll bis zu einem Monat ohne Nachladen halten.

Daneben hat Nokia zwei neue Lumia-Smartphones präsentiert. Das Lumia 520 soll in Deutschland 199 Euro kosten, das etwas besser ausgestattete Modell Lumia 720 soll für 379 Euro den Besitzer wechseln. Der Plan ist, Innovationen aus den Spitzenmodellen erschwinglicher zu machen, erklärte Nokia-Chef Stephen Elop. Nokia schließt mit den günstigeren Smartphones die Preis-Lücke zwischen billigen Telefonen mit Internet-Funktionen und den Oberklasse-Modellen Lumia 820 und Lumia 920.

Nokia Siemens Networks im Blick

Daneben steht ein Pressebericht im Mittelpunkte, dem zufolge Siemens der Tochter Nokia Siemens Networks (NSN) schnell den Rücken zukehren will. Die Münchner wollten ganz oder zumindest teilweise das Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia verlassen, berichtet die Financial Times unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Im April läuft der sechsjährige Vertrag aus, der den beiden Eigentümern einen einseitigen Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen verbietet.

Siemens werde auf jeden Fall aktiv werden, berichtet die Zeitung und beruft sich auf Siemens nahe stehende Kreise. Auch ein Teilausstieg auf weniger als 20 Prozent von den gegenwärtigen 50 Prozent sei eine Option. Analysten setzen derzeit eine Bewertung von 10 Milliarden Euro für NSN an. Nach Angaben der Person aus dem Umfeld von Siemens liege die tatsächliche Höhe aber wohl näher an 5 Milliarden Euro, heißt es in dem Bericht weiter.

Einem früheren Szenario zufolge könnte Nokia gemeinsam mit einem Telekomausrüster wie Alcatel-Lucent Siemens aus dem Gemeinschaftsunternehmen herauskaufen. NSN leidet wie Alcatel-Lucent unter dem harten Wettbewerb. Das Gemeinschaftsunternehmen schreibt seit seiner Gründung 2007 nur Verluste, hat 2012 aber deutliche Fortschritte gemacht. Auf bereinigter operativer Basis wurde ein Gewinn von 778 Millionen Euro (plus 246 Prozent) ausgewiesen.

Nokia greift von unten aus an

Das Lumia 920 bleibt Nokias Flagschiff und der direkte Kontrahent zu Apples iPhone 5 und Samsungs Galaxy S3. Mit dem Lumia 520 und Lumia 720 hat Nokia seine Windows-Phone-8-Palette komplettiert. Aus charttechnischer Sicht ist es nun von Bedeutung, dass der Titel die Unterstützung bei 2,79 Euro verteidigt. Fällt auch dieser Support, konnte der Titel schnell bis auf 2,45 Euro fallen. DER AKTIONÄR hält an seiner langfristig positiven Einschätzung für die Nokia-Aktie fest, allerdings sollten Anleger den Stopp bei 2,40 Euro beachten.

Mit Material von dpa-AFX.

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