Martin Weiß
Zu wenig innovativ, zu teuer, zu altbacken: Nokia verliert im Kampf um Marktanteile bei Smartphones schnell an Boden. Wie sehr Apple und Co. den Finnen zusetzen, zeigt sich in der jüngsten Umsatz- und Gewinnwarnung des Konzerns.
Nokia bleibt zwar Weltmarktführer bei Handys und Smartphones. Die Frage lautet: Wie lange noch? Der Wettbewerbsdruck bei den hochmargigen Smartphones ist enorm und hat am Mittwoch dazu geführt, dass Nokia für das zweite Quartal eine Warnung ausgesprochen hat. Sowohl die Umsatzerlöse, als auch die Margen werden am unteren Ende der zuvor genannten Spanne ausfallen - unter Umständen sogar darunter.
Aktie fällt auf tiefsten Stand seit 2009
An der Börse löste die Warnung - die zweite im laufenden Jahr - einen Kurssturz aus. Nokia büßte rund neun Prozent an Wert ein und ging bei 7,21 Euro auf dem niedrigsten Stand seit März 2009 aus dem Handel. Ein Test des Allzeittiefs bei 6,68 Euro scheint nur eine Frage der Zeit.

Verlust von Marktanteilen
Nokia steckt in der Zwickmühle: Im lukrativen High-End-Markt für Smartphones sehen die Finnen kein Land gegen Apples iPhone. Und nach Einschätzung von Branchenexperten wird das angekündigte N8-Flaggschiff daran auch nichts ändern.
Bei den Betriebssystemen erlitt Nokias Symbian zuletzt heftige Verluste. Der Marktanteil sank um rund zehn Prozent auf 44,3 Prozent während das iPhone um 50 Prozent auf 15,4 Prozent zulegen konnte. Bei Googles Android fiel der Zuwachs auf 9,6 Prozent Anteil (von 1,6 Prozent) sogar noch deutlicher aus.
DER AKTIONÄR rechnet aufgrund der schwachen Nachrichtenlage mit einem Test des Allzeittiefs bei 6,68 Euro. Nur wenn diese Unterstützung hält, könnte es sich für risikofreudige Anleger lohnen, auf eine technische Gegenbewegungen zu spekulieren. Die wäre nach einem Verlust von 39 Prozent binnen acht Wochen langsam fällig.