Nokia: Aktie reagiert auf Q2-Zahlen mit wilden Ausschlägen
Der finnische Handyriese Nokia hat für das zweite Quartal die erwartet schlechten Geschäftsergebnisse gemeldet. Der Aktienkurs reagierte mit heftigen Schwankungen auf die Veröffentlichung, stabilisert sich am frühen Nachmittag aber dennoch deutlich im Plus.
Der finnische Handyhersteller Nokia ist im zweiten Quartal noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust des Konzerns vervielfachte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,41 Milliarden Euro (Vorjahr: minus 368 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Erneut verkauften die einstigen Weltmarktführer weniger höherpreisige Smartphones.
Aktie gewinnt zweistelligt
Der Umsatz brach um knapp ein Fünftel auf 7,5 Milliarden Euro ein, die Gewinnspanne in der für den Konzern so wichtigen Handysparte sackte auf minus 9,1 Prozent ab. Im Vorquartal hatte die Marge noch bei minus drei Prozent gelegen. Im dritten Quartal rechnet das Management nun mit einem ähnlich schwachen Wert. Erneut sank auch der Durchschnittspreis, den die Finnen für ihre Handys erzielen konnten, diesmal von 62 Euro vor einem Jahr auf nun 48 Euro. Auch operativ weitete sich der Verlust aus: Nach 487 Millionen Euro fehlten nun mit 826 Millionen Euro fast doppelt so viel.
An der Börse reagierte die Aktie auf die Veröffentlichung mit wilden Ausschlägen, aktuell notiert Nokia bei 1,60 Euro 16 Prozent fester.
Die Reaktion der Anleger erscheint nur auf den ersten Blick paradox. Der Titel auf Sicht von zehn Wochen mehr als 60 Prozent an Wert eingebüßt. Vieles von dem, was die Finnen jetzt an Negativem gemeldet haben, war damit bereits eingepreist.
Hinzu kommen einige Aussagen des Konzerns, die positiv aufgenommen wurden. So verkaufte Nokia von seinem Hoffnungsträger, dem Lumia Smartphone, im letzten Quartal vier Millionen Stück. Der Absatz im wichtigen US-Markt blieb mit 0,6 Millionen Einheiten zwar hinter den Erwartungen zurück, fiel aber auch keineswegs so verheerend aus wie zuletzt befürchtet (erw.: 0,33 Millionen).
Auch ist die Kasse des Unternehmens mit 4,1 Milliarden Euro ausreichend gefüllt, um Pleite-Spekulationen entgegenzuwirken.
Fazit: Die Aktie von Nokia bleibt trotz der dicken Pluszeichen derzeit nur etwas für Spekulanten. Ob der Turnaround gelingt und Nokia auf die Konkurrenten aufschließen kann, wird sich erst im Herbst/Winter zeigen, wenn Microsoft sein neues Betriebssystem Windows 8 in den Handel bringt.
(mit Material von dpa-AFX)
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