Nokia: Abwärts und kein Ende in Sicht. Oder doch?
Von Bodenbildung keine Spur. Die Aktie des angeschlagenen Handyriesen Nokia hat nach dem Affront durch Microsoft wieder kräftig Federn gelassen. Einige Analysten trauen dem Titel noch reichlich Abwärtspotenzial zu. Ein Irrglaube?
Nach der Talfahrt der vergangenen Monate schien es so, dass die Nokia-Aktie zumindest vorerst einen Boden gefunden hat. Doch am gestrigen Montag schlugen die Bären erneut zu und prügelten die Aktie bis auf 1,67 Euro in die Tiefe. Eine Bodenbildung ist damit vorerst vom Tisch.
Die Finnen haben mit massiven Problemen zu kämpfen und finden einfach kein probates Mittel gegen die übermächtig scheinende Konkurrenz, allen voran Apple und Samsung. Insbesondere im lukrativen Smartphone-Markt hat Nokia den Anschluss verloren und Besserung scheint nicht in Sicht. Die viel gepriesene Kooperation mit Microsoft könnte sich nun als Bumerang erweisen.
So will Microsoft mit dem neuen mobilen Betriebssystem Windows Phone 8 Boden gegenüber Apple (iOS) und Google (Android) gutmachen. Was auf den ersten Blick wie ein Hoffnungsschimmer erscheint, könnte allerdings ernste Folgen für Nokia haben. So ist Windows Phone 8 nicht mit den bisher erschienenen Smartphones kompatibel. Anders als die asiatische Konkurrenz setzt Nokia bei seinen Top-Geräten der Lumia-Reihe auf Windows Phone 7. Die Folgen sind noch unabsehbar. Gut möglich ist allerdings, dass die Kunden angesichts dieser Tatsache einen weiten Bogen um die Lumia-Modelle machen werden.
Analystenschelte
Die US-Investmentbank JPMorgan hat das Kursziel für die Nokia-Aktie jüngst von 3,30 auf 1,20 Euro gesenkt. Das Rating lautet unverändert "Underweight". Nomura stuft den Titel mit "Neutral" ein, hat das Kursziel aber von 3,20 auf 2,00 Euro gesenkt.

Abwarten
Nokia steht noch auf finanziell soliden Beinen. Allerdings dürfte dem Konzern bis zur Einführung von Windows Phone 8 erneut eine Durststrecke bevorstehen. Vielleicht haben die Finnen deshalb erst kürzlich beschlossen, bis Ende 2013 weltweit 10.000 Stellen zu streichen. Die Nokia-Aktie bleibt hochspekulativ. Konservativ orientierte Anleger warten vor einem möglichen Einstieg eine nachhaltige Trendwende ab!
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