Martin Weiß
Die Aktie des finnischen Handyriesen Nokia kann sich am Dienstagnachmittag stabilisieren, nachdem sie zuvor in der Spitze um neun Prozent im Kurs eingebrochen war. Sollen Anleger die Korrektur zum Einstieg nutzen?
Nokia ist am Dienstag so stark unter die Räder gekommen wie seit zwei Monaten nicht. Das Papier rauschte in der Spitze um neun Prozent in die Tiefe und fand erst Halt bei vier Euro. Am Nachmittag kostet ein Anteilsschein 4,08 Euro und damit rund 7,6 Prozent weniger als zum Wochenauftakt. Die Korrektur kostete Nokia rund 1,3 Milliarden Euro an Börsenwert.
Verkaufsempfehlung beschleunigt Kursrutsch
Auslöser für die rasante Talfahrt waren schwache Absatzzahlen des US-Chipherstellers Texas Instruments (TI), einem der wichtigsten Zulieferer der Finnen. Das Kalkül der Anleger: Die Nachfrageschwäche bei den Amerikanern bedeutet einen niedrigeren Handyabsatz bei Nokia. Die Skandinavier veröffentlichen am Donnerstag ihre Zahlen zum abgelaufenen vierten Quartal.

Zusätzlichen Abgabedruck erzeugte die Abstufung der Titel durch die Danske Bank auf "Sell". Die Analysten befürchten einen massiven Rückgang bei Symbian-Handys, der durch den Verkauf der brandneuen Lumia-Smartphones (800 und 710) nicht kompensiert werden könne. Inoffiziellen Schätzungen zufolge hat Nokia seit der Markteinführungen zwischen 1,0 bis 1,3 Millionen Lumia-Geräte verkauft.
Mit der Kurskorrektur vom Dienstag hat sich die Charttechnik für die Aktie eingetrübt. Der kurzfristige Aufwärtstrend ist gebrochen, im schlimmsten Fall droht ein Test des Verlaufstiefs bei 3,60 Euro. Anleger, die bei Nokia auf den Turnaround im operativen Geschäft setzen wollen, sollten vor einem Einstieg die Q4-Zahlen abwarten.