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Nintendo: Super Marios härtester Kampf

Martin Weiß

Mit dem Game Boy, der Wii und dem DS-Handheld hat der Elektronikriese Nintendo Geschichte geschrieben. Doch die goldenen Zeiten sind vorbei. Die Aktie hat sich zuletzt unterirdisch entwickelt und eine Trendwende ist nicht in Sicht. Der empfohlene Put-Optionsschein notiert bereits 30 Prozent im Plus.

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Nintendo steckt in der Krise. Im letzten Fiskaljahr brachen die Erlöse um rund 40 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro ein. Der erste Gesamtjahresverlust seit 30 Jahren fiel mit 400 Millionen Euro zwar geringer aus als befürchtet, doch Freude will angesichts der insgesamt desolaten Entwicklung nicht aufkommen. An der Börse sehen das die Investoren ähnlich: Die Aktie des einstigen Highflyers hat auf Sicht von einem Jahr mehr als 40 Prozent an Wert verloren.

Krasse Fehleinschätzung

Dabei wähnte sich Firmenchef Saturo Iwata mit dem 3DS auf dem richtigen Weg. Die jüngste Generation der im Februar 2011 zunächst in Japan eingeführten DS-Handheld-Konsole (150 Millionen verkaufte Geräte) verfügt über eine Technologie, die Videospiele in 3D ohne Brille ermöglicht. Die Verkaufszahlen sind trotzdem weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr (bis 31. März) konnten lediglich 13,6 Millionen 3DS abgesetzt werden. Und das auch nur, weil Nintendo im Herbst 2011 die Verkäufe durch massive Preissenkungen angekurbelt hatte.

Weniger Spieler = weniger Spiele

Dass Iwata die Strategie dennoch bis zum Sommer 2012 durchziehen will, hat einen einfachen Grund: Ohne eine entsprechend hohe Anzahl an 3DS-Nutzern finden sich nicht genügend Studios, die bereit sind, die hohen Kosten auf sich zu nehmen und Spiele für die Plattform zu programmieren. Dass der 3DS unter diesen Umständen jemals an den Erfolg seiner Vorgänger anknüpfen kann, ist so gut wie ausgeschlossen. Offenbar sind die Kunden nicht bereit, für 3D-Hard- und Software noch einmal tief in die Tasche zu greifen.

Der 3DS ist aber nicht die einzige Baustelle bei Nintendo. Die Ende 2006 erschienene Wii-Konsole trägt mittlerweile eine zentimeterdicke Staubschicht. Trotz radikaler Preissenkungen und einer Vielzahl an Zubehör (Balance Board, Zeichentablett) finden sich immer weniger Käufer für den Oldie. Zuletzt waren es 9,8  (Vorjahr: 15,0) Millionen Geräte, die Nintendo weltweit absetzen konnte. Zwar wollen die Japaner mit der Wii U noch im laufenden Jahr den Nachfolger präsentieren, aber ohne eine echte Innovation, wie es seinerzeit der kabellose Wii-Controller gewesen ist, steht zu befürchten, dass das Gerät eher an den „Erfolg" des 3DS anschließt als an den der Wii.

Massiv an Wert verloren

Keine Frage, Nintendo steckt in der Krise. Im letzten Fiskaljahr brachen die Erlöse gegenüber 2010/11 um rund 40 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro ein. Der erste Gesamtjahresverlust seit 30 Jahren fiel mit 400 Millionen Euro (Vorjahr: plus 728 Millionen Euro) zwar geringer aus als befürchtet, doch Freude will angesichts der insgesamt desolaten Entwicklung nicht aufkommen. An der Börse sehen das die Investoren ähnlich: Die Aktie des einstigen Highflyers hat auf Sicht von einem Jahr etwa 40 Prozent an Wert verloren.

Short positionieren!
Super Mario allein reicht dieses Mal nicht aus, um Nintendo aus dem Schlamassel zu befreien. Die massiven Probleme im operativen Geschäft machen eine Fortsetzung des Abwärtstrends wahrscheinlich.

Der Artikel ist in der Printausgabe 19/12 von DER AKTIONÄR in der Rubrik "Short der Woche" erschienen. Der empfohlene Put Optionsschein mit der WKN VT3 CKP notiert aktuell 31 Prozent im Plus und bietet weiteres Kurspotenzial.

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