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Nikkei: "Die Märkte bewegen sich zurück Richtung Normalität"

Bastian Galuschka

Die japanische Börse ist seit einigen Wochen wieder auf dem Vormarsch. DER AKTIONÄR sprach mit Christoph Leichtweiß von YPOS Consulting GmbH über die Chancen und Herausforderungen am japanischen Aktienmarkt.

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DER AKTIONÄR: Herr Leichtweiß, der Regierungswechsel in Japan hat der Börse wieder Leben eingehaucht. Wie bewerten Sie den Wahlsieg der Liberaldemokraten?

Christoph Leichtweiß: Die Regierung setzt alles auf eine Karte, die Verschuldung wird durch das Konjunkturprogramm weiter aufgebläht. Sollten die nochmals verschärften quantitativen Lockerungen keine Wirkung zeigen, bleibt kein Pulver mehr übrig, um dann erneut reagieren zu können.  

Die neue Regierung hat ein riesiges Konjunkturpaket aufgelegt, zugleich überschwemmt die japanische Notenbank den Markt mit Geld. Beide Maßnahmen sind nicht neu. Haben sie Ihrer Meinung nach dieses Mal Erfolg, die Wirtschaft nachhaltig anzukurbeln?

Nein, denn an den strukturellen Problemen des Landes ändert auch dieses Paket nichts. Für eine Exportnation ist eine Währung mit dem Status eines Fluchthafens negativ, da es die Wettbewerbsfähigkeit verschlechtert. Übergeordnet ist die Überalterung ein massives Problem und das lässt sich auch mit Geld nicht lösen.  

Oft zitiert wird die hohe Staatsverschuldung Japans von über 200 Prozent des BIP. Wäre da nicht eher sparen angesagt? Wie kommt Japan aus der Schuldenfalle?

Wie die Situation in der europäischen Peripherie zeigt, muss man sich sparen gesellschaftlich und politisch leisten können und wollen. Der Weg mit den geringsten Schmerzen scheint die finanzielle Repression zu sein.

Der Yen hat zuletzt deutlich abgewertet. Was steckte hinter der jahrelangen Stärke der Währung trotz der dürftigen Konjunkturdaten? Und was hat sich in den vergangenen Monaten geändert?

Der Yen hat in der Finanzkrise und der europäischen Schuldenkrise als sicherer Hafen fungiert. Derzeit wächst die Risikotoleranz der Investoren wieder und es sieht danach aus als würden sich die Märkte ganz langsam zurück Richtung „Normalität" bewegen. Hinzu kommt, dass die neue Regierung deutlich mehr Einfluss auf die Notenbank nehmen und für eine noch aggressivere Geldpolitik sorgen wird.

Rechnen Sie mit einer Fortsetzung der Yen-Abwertung? Werden Carrytrades zum Euro oder zum US-Dollar wieder an Bedeutung gewinnen?

 Ja. Man wird versuchen die Wettbewerbsfähigkeit auf Kosten anderer zu stärken. Ein regionaler Währungskrieg in Asien ist nicht ausgeschlossen. Im Vergleich zum US-Dollar ist der Euro die attraktivere Opportunität, da er im „Risk on"-Modus gesucht wird.  

Von einem schwachen Yen profitieren vor allen Dingen Konsumwerte aus Japan. Welche Aktien sind Ihre Favoriten, welche Unternehmen beziehungsweise welche Branchen gefallen Ihnen besonders gut?

Traditionell sind es die starken Exportunternehmen wie Honda die von einer Abwertung des Yen profitieren. Doch auch vor dem Hintergrund des gerade aufgelegten Konjunkturprogramms sind Unternehmen im Bereich Infrastruktur interessant. Ein währungsgesicherten Indexinvestment in den breiten japanischen Aktienmarkt ist allerdings unser Favorit. 

Herr Leichtweiß, vielen Dank für das Interview.

DER AKTIONÄR rechnet mit einem guten Börsenjahr für den Nikkei. Wie Anleger am sinnvollsten in Japan anlegen und welche interessante Einzeltitel es dort gibt, steht in der neuen AKTIONÄR-Ausgabe 05/13, die hier als e-Paper abrufbar ist.

 

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