Alfred Maydorn
Hanwha Chemical aus Südkorea will rund 2,5 Milliarden Dollar in den chinesischen Solarkonzern Solarfun investieren, meldet der Nachrichtendienst Bloomberg. Die Nachricht wurde nach Börsenschluss in New York veröffentlicht und dürfte nicht ohne Auswirkungen auf den Kurs der Solarfun-Aktie bleiben.
Vor einigen Wochen hatte der Chemiekonzern Hanwha Chemical bekanntgegeben, sich mit knapp 50 Prozent an Solarfun zu beteiligen. Der Kaufpreis lag bei rund 370 Millionen Dollar. Jetzt legen die Südkoreaner nach: Bis zum Jahr 2018 sollen weitere 2,5 Milliarden Dollar in den chinesischen Solarkonzern investiert werden. Das teilte Hanwha-Vorstandschef Hong Ki Joon in einem Interview dem Nachrichtendienst Bloomberg mit.
Zügige Expansion
Hanwah Chemical will seine Solaraktivitäten rasch ausbauen. Bis Ende des kommenden Jahres soll die Produktionskapazität Solarfuns von derzeit 900 Megawatt auf 1,5 Gigawatt erweitert werden. Hong Ki Joon setzt beim Einstieg ins Solargeschäft voll auf Solarfun: "Der Kauf von Solarfun ist für uns ein exzellenter und schneller Weg, um Zugang zum schnell wachsenden Solarmarkt zu bekommen".
Für Solarfun stellt sich der neue Partner als echter Glücksgriff heraus. Mit den Milliardeninvestments dürfte der Kapitalbedarf der nächsten Jahre mehr als abgedeckt sein. Solarfun ist nun in der Lage, deutlich schneller zu wachsen als die Konkurrenz.
Noch keine Reaktion
Die Aktie von Solarfun hatte am Mittwoch in New York keine Möglichkeit mehr, auf die neuen Nachrichten zu reagieren, weil diese erst weit nach Börsenschluss veröffentlicht wurden. Den regulären Handel hat das Papier mit 10,92 Dollar beendet, was umgerechnet 8,53 Euro entspricht. In etwa auf diesem Niveau notiert Solarfun auch an der Börse in Frankfurt.
Cleverer Einstieg möglich
Wenn sich die Nachricht über den neuen Milliardenregen für Solarfun verbreitet, dürfte sie nicht ohne Auswirkungen auf den Aktienkurs bleiben. Es ist durchaus mit einem Anstieg auf das nicht mehr weit entfernte Jahreshoch zu rechnen, was dann zu Anschlusskäufen führen würde. Kurzum, clevere deutsche Anleger nutzen die vermeintlich niedrigen Kurse in Frankfurt zum Einstieg oder Ausbau der Solarfun-Position.