Steffen Eidam
Der Luxuskonzern Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) hat sich 2008 erfolgreich gegen die Konsumkrise gestemmt. Trotz eines freundlichen Starts in das neue Geschäftsjahr wagen die Franzosen aber noch keinen detaillierten Ausblick.
Der Luxuskonzern Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) hat sich 2008 erfolgreich gegen die Konsumkrise gestemmt. Trotz eines freundlichen Starts in das neue Geschäftsjahr wagen die Franzosen aber noch keinen detaillierten Ausblick.
Der Luxusgüterhersteller LVMH hat im von der Wirtschafts- und Finanzkrise geprägten Geschäftsjahr 2008 die eigenen Erwartungen und die der Analysten erfüllt beziehungsweise leicht übertroffen. Wie der in Paris ansässige Konzern mitteilte, stieg der Umsatz um vier Prozent (wechselkursbereinigt um sieben Prozent) auf 17,19 Milliarden Euro. Der operative Gewinn verbesserte sich um zwei Prozent (vor Wechselkursen um sechs Prozent) auf 3,63 Milliarden Euro und lag somit leicht über den Erwartungen der Analysten, während das Nettoergebnis mit konstanten 2,03 Milliarden Euro leicht hinter den Erwartungen (2,09 Milliarden Euro) zurückblieb. Erfreulich: Im Gegensatz zu den Wettbewerbern bremste sich das Wachstum im wichtigen Weihnachtsquartal mit einem Umsatzplus von vier Prozent auf 5,2 Milliarden Euro nur sehr moderat ab.
LVMH profitierte im zurückliegenden Jahr in erster Linie von der hohen Nachfrage nach Taschen und Accessoires der Marke Louis Vuitton (plus sieben Prozent auf 6,01 Milliarden Euro). Auch die Segmente Parfüm und Kosmetik sowie Champagner, Wein und Spirituosen expandierten weiter, während das Geschäft mit Schmuck und Uhren um 16 Prozent nachgab. Zu LVMH gehören rund 60 Marken, wie die Modelabels Dior, Fendi, Kenzo und Givenchy, die Champagnermarken Moët et Chandon, Dom Pérignon, Veuve Cliquot sowie der Uhrmacher TagHeuer.

LVMH-Chef Bernard Arnault zeigt sich kämpferisch
Ziel: Marktanteile ausbauen
Firmenlenker Bernard Arnault äußerte sich angesichts der erreichten Zahlen optimistisch: Die Ergebnisse belegen das außerordentliche Reaktionsvermögen des Unternehmens in Zeiten der Wirtschaftskrise. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten würden sich die dynamischen Innovationen seiner Marken, die Qualität der Produkte und die Effektivität der Mitarbeiter auszahlen. Für 2009 kündigte er an, die weltweite Führungsposition im Luxusgütergeschäft weiter ausbauen zu wollen, ohne jedoch einen detaillierten Ausblick abzugeben: Niemand könne vorhersagen wie lange die Wirtschaftskrise dauere, sagte Bernard Arnault. Der Januar sei aber kein schlechter Monat" gewesen und habe steigende Umsätze aufgewiesen. In Zukunft wolle der Konzern noch stärker auf die Kosten achten.
Aktie nach Zahlen gefragt
Wer ein Engagement im Luxusgütersegment anstrebt, kommt an der Aktie von LVMH nicht vorbei. Der Konzern profitiert von der Ausnahmestellung seiner einzelnen Marken ebenso wie von der soliden Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von mehr als vierzig Prozent und einem hohen operativen Cashflow (2008: rund 1,3 Milliarden Euro). Auch dank Kosteneinsparungen sollte es den Franzosen gelingen, weitere Marktanteile hinzuzugewinnen.
