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LVMH: Der Verdoppler marschiert weiter

Steffen Eidam

Das Geschäft mit Luxusgütern hat sicher schon bessere Zeiten erlebt. Blickt man allerdings auf die Kursentwicklung von Branchenprimus Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH), kann man nicht von einer Zurückhaltung sprechen. Im Gegenteil: Die Aktie kennt seit Jahresbeginn nur eine Richtung, nach oben. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen.

Die Luxusgüterbranche ächzt unter der Kaufzurückhaltung der Kunden. Diesem Trend kann sich auch LVMH, der weltgrößte Hersteller von Luxuswaren, nicht entziehen. Dennoch: Die Franzosen schlagen sich besser als die Wettbewerber - und das wird vom Markt honoriert. Das dritte Quartal könnte für den Konzern sogar eine Wendemarke im Geschäftsverlauf darstellen. Im Zeitraum von Juli bis September gingen die Erlöse nur um 0,6 Prozent auf 4,14 Milliarden Euro zurück. Die Analystenerwartungen konnten somit übertroffen werden. Auf Sicht von neun Monaten sank der Umsatz um moderate sechs Prozent auf 11,95 Milliarden Euro. Am Schlimmsten traf es das Segment mit hochpreisigen Uhren und Schmuck, während im Kerngeschäft der Mode- und Lederwaren der Umsatz nach drei Quartalen sogar um ein Prozent (währungsbereinigt) auf 4,54 Milliarden Euro zulegen konnte. Dieser positive Trend, so ist sich auch die Firmenleitung sicher, dürfte sich auch im Jahr 2010 fortsetzen.

BRIC-Länder im Visier

Während LVMH vor allem in den USA deutlich weniger nachgefragt wurde, zeigt sich in den Märkten Europas und Asiens eine robuste Entwicklung. Einen immer höheren Stellenwert nehmen die BRIC-Länder Brasilien, Russland, Indien und China ein, wo die Verbraucherausgaben schneller stiegen als in den etablierten Märkten. LVMH hat überragende Brands wie Louis Vuitton, Christian Dior, Veuve Clicquot oder Tag Heuer, um nur einige zu nennen, im Programm. Deren Attraktivität hat auch in Krisenzeiten nichts von ihrem Glanz eingebüßt. Zudem konnten die Franzosen während der Krise ihre Marktführung weiter ausbauen. Das lag nicht zuletzt an einem straffen Kostensenkungsprogramm.


Charttechnischer Ausbruch voraus

Das Chartbild von LVMH ist verheißungsvoll, denn der gleitende Durchschnitt (50-Tage-Linie) etwas oberhalb von 72 Euro erwies sich zuletzt als feste Unterstützung. In der anschließenden Aufwärtsbewegung nimmt die Aktie nun den Widerstand bei  77 Euro ins Visier. Gelingt der Ausbruch über diese Hürde, dann ergibt sich ein mittelfristiges Kaufsignal. Der nächste größere Widerstand lauert dann erst im Bereich von 89 Euro.

Kaufen trotz Verdopplung

LVMH dürfte neben einer weiter anziehenden Konsumlust auch von den Kostensenkungsmaßnahmen profitieren. Längerfristig bietet sich somit ein deutliches Umsatzpotenzial, insbesondere in den BRIC-Staaten. Die Margen in den zuletzt arg gebeutelten Segmenten dürften sich zudem langsam wieder erholen. Seit der ersten Kaufempfehlung von DER AKTIONÄR hat sich die LVMH-Aktie annähernd verdoppelt. Wir raten weiterhin zum Einstieg beim unangefochtenen Weltmarktführer.

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