Thorsten Küfner
Die neue Führung der Pleitebank Lehman Brothers fühlt sich von der britischen Großbank Barclays über den Tisch gezogen. Die Briten hatten 2008 angeblich viel zu wenig für einen Teil des Lehman-Kerngeschäfts gezahlt. Der Schaden wird mittlerweile auf elf Milliarden Dollar beziffert.
Das neue Management von Lehman Brothers will den im Zuge der Insolvenz vollzogenen Verkauf von Konzernteilen an die britische Großbank Barclays nachverhandeln. Laut Lehman-Führung habe Barclays die Sparten zu einem zu geringen Preis erhalten. Barclays zahlte für einen großen Teil des Investmentbankinggeschäfts des US-Finanzkonzerns gerade einmal zwei Milliarden Dollar und verbuchte daraufhin für 2008 einen hohen Sonderertrag. Die neue Lehman-Führung beziffert den Schaden für den Pleitekonzern und damit für die Gläubiger auf mittlerweile elf Milliarden Dollar - vor einem halben Jahr wurde noch von knapp acht Milliarden Dollar gesprochen. Angeblich konnte Barclays nur deshalb so günstig zuschlagen, weil führenden Lehman-Managern lukrative Posten in der Führungsebene versprochen wurden.
Neustart unter Lamco
Indes plant das neue Management von Lehman die Geschäfte wieder aufzunehmen und künftig als Lamco aufzutreten. Schwerpunkt des Instituts soll dabei vor allem die Verwaltung der verbliebenen Vermögenswerte sein. Zudem will Lamco aber auch in der Beratung - vorwiegend von angeschlagenen Banken, Private-Equity-Firmen und Hedgefonds - tätig werden.
Finger weg!
DER AKTIONÄR rät Anlegern weiterhin, von den Papieren der Pleitebank Lehman Brothers die Finger zu lassen!

Barclays bleibt ein absoluter Top-Pick
DER AKTIONÄR bekräftigt indes seine Einschätzung zu den Anteilen von Barclays. Die Aktie wurde zu Beginn des Jahres im Spezialreport Aufholjagd gestartet: Die besten Bankaktien der Welt zum Kauf empfohlen und hat seither deutlich zulegen können. Mit einem 2010er-KGV von 11 und einem 2011er-KGV von nur 8 ist Barclays angesichts der breiten Markstellung in zahlreichen attraktiven Wachstumsmärkten immer noch viel zu günstig bewertet und bleibt daher ein Kauf. Das Kursziel lautet nach wie vor 5,00 Euro, der Stopp kann bei 2,40 Euro belassen werden.
Welche drei anderen - zum Teil in Deutschland noch völlig unbekannte - Bankaktien über das Potenzial zur Kursverdoppelung verfügen, lesen Sie im aktuellen Banken-Spezialreport des AKTIONÄRs.
Teufelskreis der Finanzmärkte
Branchenkenner Richard Bookstaber analysiert scharfsinnig die Struktur der modernen Märkte und entlarvt die Ursachen für die Probleme im Finanzsektor. Seiner Meinung nach endet der Versuch, die Märkte mit immer neuen Produkten und Maßnahmen leichter verständlich zu machen, darin, sie stets weiter zu verkomplizieren.
Alle weiteren Informationen und eine Leseprobe finden Sie hier.