Markus Horntrich
Die Gerüchte um eine Übernahme von Micronas durch Infineon werden in den letzten Wochen immer wieder aufgewärmt. Nachdem Infineon seine Handysparte verkauft hat wurden bereits mehrere potenzielle Kandidaten genannt. Micronas wäre durchaus ein passender Kandidat. Einziger Fakt ist jedoch: Die Aktie ist günstig.
Die Umsetzung der seit Monaten von Infineon kommunizierten Absicht, sich künftig ausschließlich auf das Automobil- und Industriegeschäft zu konzentrieren, hat nach dem Verkauf des Handysparte allerlei Spekulationen entfacht. Dazu gehört auch, dass die Schweizer Micronas ins Visier der ehemaligen Siemens-Tochter gerückt sei. Die Aktie konnte in den letzten Wochen - ausgelöst durch diese Gerüchte - auch deutliche Kurszuwächse verzeichnen.
Passendes Ziel
Grundsätzlich würde Micronas ins Portfolio von Infineon passen. Micronas liefert an die Autoindustrie sogenannte Hall-Sensoren, die berührungslos und verschleißfrei Weg- beziehungsweise Winkelstrecken erfassen. Solche Sensoren kommen zum Beispiel in Drosselklappen- und Leuchtweitenregelungen, in Lenkunterstützungssystemen bis hin zu Tankfüllstandsmessungen zum Einsatz.
Operativ befindet sich das bis vor wenigen Quartalen noch angeschlagene Unternehmen auf dem Weg der Besserung. Dank der guten Autokonjunktur ist Micronas wieder auf Erholungskurs und dürfte im dritten Quartal das obere Ende der ausgegebenen Prognosebandbreite erreichen - so zumindest die Einschätzung der Analysten von Chevreux, die ihr Kursziel von sieben auf acht Schweizer Franken erhöht haben. Durch umfangreiche Restrukturierungen und die gestiegene Auslastung der Fertigungskapazitäten - im zweiten Quartal lag die Auslastung bei 70 Prozent - kletterte das operative Ergebnis im ersten Halbjahr von -156,9 auf 6,9 Millionen Schweizer Franken. Im Gesamtjahr sollen es 187 Millionen Franken Umsatz bei positivem Nettoergebnis werden. Ziel des Managements ist eine EBIT-Marge von fünf bis sieben Prozent.
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2010e |
2011e |
2012e |
| Umsatz in Mio. CHF |
182,3 |
186,0 |
201,0 |
| EBIT in Mio. CHF |
9,6 |
14,8 |
21,2 |
Aufgrund des hohen Nettocashbestandes von knapp 168 Millionen Franken (4,39 Euro je Aktie) wird die Firma zu Recht als Übernahmekandidat gehandelt. Dass auch Infineon als potenzieller Käufer genannt wird, liegt in der Natur der Sache.

80 Prozent Cash
Erfolgreicher Turnaround, volle Kasse, Übernahmefantasie: Der jüngste Kursanstieg der Micronas-Aktie hat gute Gründe. Aber auch nach der Rallye ist der Wert noch mit immerhin 80 Prozent mit Cash unterfüttert und bleibt daher weiterhin interessant. Die AKTIONÄR-Empfehlung ist kurzfristig technisch überkauft, bei Schwäche sollte sich ein Einstieg jedoch noch lohnen. Im Bereich von 4,50 bis 4,80 Euro Abstauberlimits platzieren! Ein Stopp empfiehlt sich bei 3,90 Euro.