Thorsten Küfner
Die Düngemittelhersteller profitieren derzeit von den hohen Preisen für Agrarprodukte. Darüber hinaus werden die Kurse von der anhaltenden Übernahmefantasie im Sektor in die Höhe getrieben. Zeit, die Aktien bedeutender Produzenten näher unter die Lupe zu nehmen.
Der Weizenpreis? Steigt. Der Maispreis? Steigt. Die Düngemittelpreise? Steigen natürlich auch. Angetrieben von den stetig kletternden Notierungen für Agrarerzeugnisse erhöht sich auch die Nachfrage nach Kali, Potasche und anderen wichtigen Düngemitteln. Dies machte sich zuletzt auch in höheren Preisen bemerkbar. Allerdings müssen Landwirte beispielsweise für Kali noch immer weit weniger bezahlen als im Jahr der Rekorde 2008. Glaubt man Experten, dürften die Preise im Zuge der zu erwartenden höheren Nachfrage aber weiter anziehen. Denn die Ausweitung der Produktion durch die Nutzung bislang ungenutzter Agrarflächen dürfte in den kommenden Jahren kaum ausreichen, um die stetig steigende Nachfrage nach Agrarprodukten zu decken. Daher sind die Farmer weltweit darauf angewiesen, den Ertrag ihrer Felder durch Düngemitteleinsatz zu erhöhen - sehr zur Freude der Düngemittelproduzenten.
Wer holt sich Potash?
Deren Aktienkurse kannten zuletzt ohnehin nur eine Richtung. Denn neben den höheren Rohstoffpreisen beflügelte auch die immer noch andauernde Übernahmeschlacht um Potash of Saskatchewan. Die Kanadier wollen nicht von BHP Billiton übernommen werden und hoffen auf einen "weißen Ritter". Viele Marktteilnehmer hoffen, dass der chinesische Chemieriese Sinochem in diese Rolle schlüpfen könnte. Die Chancen, dass BHP nachlegen muss oder ein anderer Konzern einsteigt, sind hoch und rechtfertigen ein Festhalten an den Potash-Papieren. Allerdings sollten auch die Risiken im Auge behalten werden, denn die Übernahme steht auf wackligen Beinen. Darüber hinaus ist die Aktie mittlerweile mit einem 2010er-KGV von fast 30 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von stattlichen 7,6 bewertet.

K+S: Viel billiger als Potash
Noch wesentlich günstiger zu haben sind beispielsweise die Anteilscheine von K+S. Zudem könnten die Kasseler nach Ansicht einiger Experten ebenfalls Ziel einer Übernahme werden, was die Kurse weiter beflügeln sollte. Denn mit einem 2011er-KGV von 15 und einem KUV von 1,9 sind die DAX-Titel weit günstiger als die Potash-Papiere bewertet. Indes läuft es auch operativ weiter rund: Der Umsatz soll 2010 von 3,6 auf 4,6 bis 5,0 Milliarden Euro klettern, das bereinigte Ergebnis pro Aktie von 0,56 auf 1,75 bis 1,95 Euro. Der Kali-Absatz entwickelte sich zuletzt stark und diese Entwicklung dürfte sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Ziehen auch die Kali-Preise weiter an, dürfte K+S seinen Aktionären mit den nächsten Quartalsergebnissen große Freude bereiten. Des Weiteren verfügt der Konzern dank der Übernahme von Morton Salt über ein sehr starkes Standbein im weniger schwankungsanfälligen Salzgeschäft.

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