Größer als Google - Der Internethype geht in die nächste Runde
Größer als Google - geht das überhaupt? Die Antwort lautet: ja. Der chinesische Online-Händler Jingdong Mall plant offenbar einen Börsengang. Mit Einnahmen von vier bis fünf Milliarden Dollar wäre es der größte Internet-Börsengang aller Zeiten in den USA - selbst das Google-IPO würde damit meilenweit übertroffen.
Es ist erst wenige Monate her, da haben zahlreiche Internetunternehmen wie LinkedIn, Renren, HomeAway und Yandex das positive Marktumfeld ausgenutzt, um ihre Aktien mit viel Tamtam an der Börse zu platzieren. Viele Papiere verkauften sich wie warme Semmeln - Zeichnungsgewinne wie zu Zeiten des Neuen Marktes waren die Regel. Nach dem heftigen Kursrücksetzer an den Börsen ist es allerdings ruhig geworden. Bis gestern.
Jingdong Mall will an die Börse
Wie der zu Thomson-Reuters gehörende Informationsdienst IFR am Mittwoch unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, plant der chinesische Online-Händler Jingdong Mall seinen Börsengang für die erste Jahreshälfte 2012. Jingdong werde in der kommenden Woche die Werbetrommel bei potentiellen Konsortialbanken rühren.
Größer als Google
Das auch als 360buy.com bekannte Unternehmen peile ein Emissionsvolumen von vier bis fünf Milliarden Dollar an, wobei selbst ein noch höheres Volumen denkbar sei. Google hatte es 2004 als bislang größtes Internet-IPO in den USA auf 1,9 Milliarden Dollar gebracht.
Die Nummer 2
Jingdong ist den Angaben zufolge Chinas zweitgrößter Online-Einzelhändler nach Taobao und zähle über 15 Millionen registrierte Nutzer. Im laufenden Jahr dürfte das Unternehmen seine Erlöse auf 4,4 Milliarden Dollar annähernd verdreifachen, hieß es. Der Sprung in die Profitabilität solle nach Aussage von Gründer und Konzernchef Liu Qiangdong in der zweiten Jahreshälfte 2012 gelingen. Erst im April dieses Jahres konnte Jingdong eine Finanzierungsrunde über 1,5 Milliarden Dollar abschließen, die das Unternehmen mit zehn Milliarden Dollar bewertet hatte.
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