Marion Schlegel
Der Goldcorp-Chef Charles A. Jeannes gibt sich zuversichtlich hinsichtlich neuer Höchstkurse beim Goldpreis. Davon sollte auch sein Unternehmen profitieren. Insbesondere, da man die ohnehin niedrigen Kosten noch weiter senken will.
Der Goldcorp-Chef Charles A. Jeannes gibt sich zuversichtlich hinsichtlich neuer Höchstkurse beim Goldpreis. Davon sollte auch sein Unternehmen profitieren. Insbesondere, da man die ohnehin niedrigen Kosten noch weiter senken will.
Der Goldpreis hat in den vergangenen Wochen unterstützt von der Schwäche des US-Dollars die Dreiecksformation nach oben verlassen und jüngst weiter Boden gut machen können. Schon bald könnte nun ein neuer Angriff auf die 1.000-Dollar-Marke erfolgen. Unterstützung könnte der Goldpreis von Seiten der Investmentnachfrage erhalten. Zwar befinden sich die Bestände der Gold-ETFs auf historisch hohem Niveau, trotzdem ist aber noch erheblicher Spielraum vorhanden. So ist Gold im Vergleich zu anderen Anlageklassen, wie Aktien und Renten, in privaten wie institutionellen Portfolien noch immer deutlich unterrepräsentiert.
Neues Höchstkurse bis Jahresende
Einen steigenden Goldpreis erwartet auch Charles A. Jeannes, Vorstandsvorsitzender von Goldcorp und Nachfolger von Kevin McArthur. Jeannes geht davon aus, dass zunehmende Inflationsangst das Edelmetall über das Rekordhoch vom März vergangenen Jahr befördern dürften: Ich wäre überrascht, wenn wir bis zum Jahresende keinen neuen Höchststand markieren würden. Zwar habe sich der Goldpreis zuletzt von seinen Jahreshochs wieder entfernt, da viele Anleger die ersten Zeichen einer Konjunkturerholung zum Einstieg in die Aktienmärkte genutzt hatten, doch Jeannes rechnet damit, dass die milliardenschweren Hilfspakete der Regierungen bald wieder zu Inflationsängsten führen dürften, schon bevor die Verbraucherpreise tatsächlich ansteigen. Doch egal, ob die Inflation in einem Jahr, in sechs Monaten oder in zwei Jahren in Erscheinung tritt, Goldcorp sei langfristig ausgerichtet. Und Jeannes geht davon aus, dass die Inflation den Goldpreis für lange Zeit beeinflussen wird.

Sinkende Kosten
Goldcorp profitierte zuletzt davon, dass die Kosten für Energie, Stahl und andere Materialen gefallen sind, während sich der Goldpreis auf hohem Niveau behauptete. So gelang es der Gesellschaft, im ersten Quartal einen Gewinn von 290,9 Millionen Dollar einzufahren. Dabei beliefen sich die Cashkosten des Unternehmens auf lediglich 353 Dollar je Unze beziehungsweise gar nur 288 Dollar, wenn man die Produktion der als Beiprodukt gewonnen Metalle mit einrechnet. Im zweiten Quartal geht Jeannes sogar davon aus, dass die Kosten noch weiter sinken werden und das trotz der jüngsten Stärke des Kanadischen Dollar und des Mexikanischen Peso und trotz des wiedererstarkten Ölpreises. Grund ist die hervorragende Absicherungsstrategie von Goldcorp. So hat Goldcorp beispielsweise rund die Hälfte seines diesjährigen Treibstoffverbrauchs zu Preisen von weniger als 50 Dollar abgehedget. Zudem bestätigte Jeannes, die Output-Prognosen für das laufende Jahr mit 2,3 Millionen Unzen Gold, ansteigend auf 3,5 Millionen Unzen bis 2013. Und das ohne einen möglichen Beitrag der Cochenour-Mine einzubeziehen, die Goldcorp im vergangenen Jahr durch die Akquisition von Gold Eagle erworben hat.
Gold-Basisinvestment
In Anbetracht der hervorragenden Aussichten für den Goldpreis sowie für das Unternehmen bestätigt DER AKTIONÄR seine Kaufempfehlung für Goldcorp. Das 12-Monats-Ziel liegt bei 34 Euro, der Stoppkurs sollte bei 19,90 Euro platziert werden. Weitere Informationen zu Goldcorp und den Goldmarkt im Allgemeinen können interessierte Anleger in der aktuellen Ausgabe von DER AKTIONÄR hier online lesen.