Thomas Godt
Mit der Genesis Invest AG ist erneut ein Unternehmen aus der nahen Schweiz an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Die Aktien haben einen Nennwert von zwei Rappen, im Gegensatz zu den sonst üblichen Ein-Rappen-Aktien besteht damit sogar noch Split-Fantasie. Doch das Anlageurteil ist klar: Finger weg.
Mit der Genesis Invest AG ist erneut ein Unternehmen aus der nahen Schweiz an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Die Aktien haben einen Nennwert von zwei Rappen, im Gegensatz zu den sonst üblichen Ein-Rappen-Aktien besteht damit sogar noch Split-Fantasie. Doch das Anlageurteil ist klar: Finger weg.
Mit regenerativer Energie und sauberem Trinkwasser lässt sich seit einiger Zeit an den Märkten Geld verdienen. Im Windschatten von seriösen Unternehmen sind allerdings auch viele unterwegs, bei denen man zumindest genauer hinsehen muss. Schließlich haben wir alle kein Geld zu verschenken. Die Genesis Invest AG mit Sitz in Zürich ist ein Kandidat zum genauen hinschauen. Das Unternehmen, das sich selbst als Innovationspromoter bezeichnet, vermarktet hauptsächlich Lizenzen. Lizenzen im grünen Bereich. Zum Portfolio der Schweizer gehört auch der so genannte Wunder-Würfel. Mobile Cube genannt. Mit ihm, so kann man auf der Homepage von Genesis Invest lesen, kann man jederzeit und überall Energie gewinnen und Trinkwasser aufbereiten. Eine schöne Idee, das Gerät kostet rund 60.000 Euro.
Windenergie? na klar
Unter dem Namen Tassa werden Windenergie-Anlagen mit vertikalen Rotoren angeboten,
und mit Bionova soll man glaubt man den Innovationspromotern bisher nicht gekannte Wachstumserfolge bei Pflanzen erzielen. Klingt eigentlich toll.
Vorsicht ist besser
Dem Unternehmen wird derzeit eine Marktkapitalisierung von rund 40 Millionen Euro zugestanden. Die Initiatoren haben dagegen lediglich rund 265.000 Euro bezahlt, und dieses Kapital mal eben in 20 Millionen Aktien eingeteilt. Damit man eine Vorstellung bekommt: Die im SDAX gelistete Grammer AG wird mit 67 Millionen Euro bewertet. Grammer hat zwar Probleme angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise kaum verwunderlich , kann aber auf eine ansehnliche Börsengeschichte blicken. Und Grammer macht Umsatz. Im Jahr 2007 waren es 998 Millionen Euro. Außerdem können sich Investoren auf den IR-Seiten des Autositzproduzenten angemessen über den Zustand des Unternehmens informieren. Ferner gibt es wie es sich gehört einen Finanzkalender, so dass man sich selbst auf dem Laufenden halten kann.
Genesis Invest Alien aus Zürich
Anders bei der Gesellschaft aus Zürich. Dort findet man außer großen Worten und Präsentationen im Internet nichts. Harte Fakten und Zahlen? Fehlanzeige. Und: Die Kommunikationsbereitschaft des Unternehmens ist gleich Null. Als CEO agiert ein Wolfgang Goese. Herr Goese ist Unternehmensberater und in Lauf a.d. Pegnitz auch mit der Firma Pragmatikus aktiv. Das ist nicht verwerflich. Mitnichten. Verwerflich ist, dass konkrete Fragen nicht beantwortet werden. Auf Telefonate, Faxe und emails wurde nicht reagiert. Dabei waren die Fragen recht einfach. Wir wollten etwas zu Planzahlen wissen, zu Umsätzen und zur Gewinnentwicklung. Ferner hat uns die Cash-Position des Unternehmens interessiert. Berechtigte Fragen, auch und gerade für Anleger interessant.
Keine Kommunikation Finger weg
Wer Käufer für seine Aktien finden will, sollte im Stande sein, auf diese Fragen zu antworten. Das Schweigen aus Lauf und Zürich können wir nur so kommentieren: Finger weg von Genesis Invest.
