Florian Westermann
Facebook-Mitgründer Mark Zuckerberg droht eine Milliarden-Zahlung an den Fiskus. Angesichts des bevorstehenden Börsengangs des weltgrößten Sozialen Netzwerks dürfte das dem Multi-Milliardär aber kaum Kopfzerbrechen bereiten. Vielmehr profitiert das Unternehmen.
Facebook geht voraussichtlich im Frühjahr an die Börse. Experten gehen davon aus, dass das weltgrößte Soziale Netzwerk nach dem Börsengang mindestens 75, vielleicht sogar 100 Milliarden Dollar schwer sein wird.
Allerdings droht Facebook-Mitgründer Mark Zuckerberg eine milliardenschwere Steuerzahlung. Wie laut der Süddeutschen Zeitung indirekt aus dem Prospekt hervorgeht, den Facebook zur Vorbereitung seines Börsenganges bei der Börsenaufsicht SEC hinterlegt hat, muss Zuckerberg einmalig zwei Milliarden Dollar Steuern zahlen, manche Experten errechneten einen Wert von 1,5 Milliarden Dollar.
Aus dem Börsenprospekt gehe hervor, dass der 27-jährige 120 Millionen Optionen auf die Facebook-Aktie aus dem Jahr 2005 halte. Zuckerberg wolle die Optionen, die damals sechs Cent wert waren, noch vor dem Börsengang ausüben. Der Wert liege heute bei 40 Dollar. Damit belaufe sich der Ertrag auf 4,8 Milliarden Dollar. Die Steuerlast, die sich aus dem Spitzensatz von 35 Prozent sowie der kalifornischen Einkommensteuer von 10,3 Prozent berechnet, beläuft sich dem Artikel zufolge auf insgesamt 2,1 Milliarden Dollar.
Wie das Unternehmen ankündigte, werde Zuckerberg zur Begleichung der Steuerschulden Aktien verkaufen. Insgesamt wird Zuckerbergs Anteil derzeit mit 22 Milliarden Dollar bewertet.
Für Facebook ergibt sich hieraus eine interessante Konstellation. Da Unternehmen nach US-Recht Ausgaben für Aktienoptionen von Beschäftigten von der Steuer absetzen können, müsse Facebook als Firma 2011 überhaupt keine Steuern zahlen. Zudem rechne das Unternehmen mit zusätzlichen steuermindernden Abschreibungen von 500 Millionen Dollar, so der Artikel weiter.
Blendende Aussichten
Die Rahmenbedingungen für einen Börsengang von Facebook sind so gut wie lange nicht mehr, nachdem der NASDAQ 100 Index ein neues 10-Jahres-Hoch markieren konnte. Die Aktie wird mit Sicherheit kein Schnäppchen, Anleger sollten sich aber dennoch ein paar Stücke ins Depot legen.