Facebook: Das Ende der Wachstumsstory?
Facebook dürfte schon in den kommenden Wochen an die Börse kommen. Die Euphorie der Anleger hat jetzt allerdings einen gehörigen Dämpfer erhalten. Erstmals seit zwei Jahren ist der Umsatz des weltgrößten Sozialen Netzwerks im direkten Quartalsvergleich geschrumpft.
Wie das US-Blog TechCrunch zuletzt berichtete, feiert Facebook am 17. Mai sein Börsendebüt. Zuletzt wurde in den Medien über einen Börsengang zwischen April und Juni spekuliert. Der letzte große Börsengang im Technologiesektor liegt inzwischen acht Jahre zurück. Damals sammelte Google von den Investoren rund 1,9 Milliarden Dollar ein. Den offiziellen Dokumenten zufolge peilt Facebook einen Emissionserlös von fünf Milliarden Dollar an - und damit einen neuen Rekord im Technologiesegment.
Umsatz- und Gewinnrückgang
Ein Blick in den aktualisierten Börsenprospekt mit den neuesten Geschäftszahlen zeigt jetzt, dass auch bei Facebook die Bäume nicht in den Himmel wachsen. So sank der Umsatz vom Schlussquartal 2011 zum Auftaktquartal 2012 um 6 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar - und das bei einer deutlich gestiegenen Nutzerzahl. So zählte Facebook Ende März 901 Millionen aktive Nutzer im Monat. Ende Dezember waren es erst 845 Millionen.
Facebook verwies mit Blick auf die Umsatzentwicklung auf "saisonalen Trends" der Werbebranche. Ganz so dramatisch war der Rückgang dann aber doch nicht. Im Vorjahresvergleich konnte der Umsatz immerhin um 45 Prozent gesteigert werden. Was die Investoren allerdings aufschreckt ist der Fakt, dass Facebook diesen saisonalen Rückgang von 2010 auf 2011 noch durch hohes Wachstum hat kompensieren können.
Angesichts höherer Marketing- und Entwicklungskosten ging der Nettogewinn im Vorjahresvergleich um 12 Prozent auf 205 Millionen Dollar zurück. Im Vergleich zum vierten Quartal 2011 belief sich das Minus sogar auf 32 Prozent.
Schwere Geschütze
Um seine Stellung im schwelenden Patentkrieg zu stärken, hat sich Facebook außerdem für 550 Millionen Dollar mit einem Patentpaket vom Software-Konzern Microsoft eingedeckt. Dabei geht es unter anderem um Technologien für Inhalte, Sicherheit, Soziale Netzwerke, Suche und Werbung.
Die Profiteure
Obwohl Facebook angesichts seiner schieren Größe inzwischen an die Grenze des Wachstums zu stoßen scheint, dürfte der Börsengang eine enorme Wirkung auf die gesamte Branche haben.
DER AKTIONÄR nennt einige Profiteure des Börsengangs:
1. Google (Konkurrent)
2. Linkedin (soziales Netzwerk)
3. Mail.ru (Beteiligung)
4. Renren (Soziales Netzwerk)
5. Snap Interactive (Singlebörse auf Facebook; sehr spekulativ!)
6. Tencent (Beteiligung)
7. Yelp (soziales Netzwerk)
8. Zynga (Game-Entwickler für Facebook)
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