Steffen Eidam
Der Flugzeug- und Rüstungskonzern EADS hat im ersten Halbjahr deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Um die Zukunft muss sich der Konzern angesichts des enorm hohen Auftragsbestands kein Sorgen machen. Bei EADS läuft es wieder richtig gut.
Ein Gewinneinbruch von mehr als die Hälfte sorgt in der Regel für besorgte Minen. Nicht so bei EADS - der europäische Gemeinschaftskonzern kann sich vor Aufträgen kaum retten und hat sogar seine Umsatzprognose leicht angehoben. Derzeit sprechen viele Gründe für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends bei der EADS-Aktie.
Prognoseanhebung trotz Gewinneinbruch
EADS hat im ersten Halbjahr einen massiven Gewinneinbruch erlitten. Vor allem aufgrund hoher Belastungen durch das A380-Programm sowie negativer Wechselkurseffekte brach das EBIT um 54 Prozent auf 406 Millionen Euro ein - dabei hatten Analysten noch Schlimmeres befürchtet. Gleichzeitig fiel das Nettoergebnis um 51 Prozent auf 185 Millionen Euro zurück. Der Umsatz blieb mit 20,3 Milliarden Euro stabil. Auf Jahressicht hat der Vorstand seine Umsatzprognose vor allem dank des starken US-Dollars von 42,8 auf mehr als 44 Milliarden Euro angehoben. Beim Gewinn peilt EADS weiter eine Milliarde Euro an. "Unsere Hauptaufgaben bleiben ganz klar, die Effizienz bei der A380-Produktion zu erhöhen, die A350-Entwicklung voranzutreiben und mit den Kundennationen die Anpassung des A400M-Vertrags abzuschließen", sagte EADS-Chef Louis Gallois.

Starker Auftragseingang
Der Optimismus kommt nicht von ungefähr. Die Luftfahrtbranche ist wieder im Aufwind. Das zeigte sich zuletzt bei den internationalen Messen in Berlin und Farnborough. EADS konnte im Rahmen dieser Flugschauen zahlreiche Großaufträge einsammeln. Im ersten Halbjahr kletterte der Auftragseingang um 79 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro. Die Bestellungen und Absichtserklärungen für 255 Maschinen, die im Rahmen der International Airshow in Südengland getroffen wurden, sind hierin noch gar nicht enthalten. Bei der Tochter Airbus soll der Produktionsrekord von rund 500 ausgelieferten Flugzeugen im laufenden Jahr geknackt werden.
EADS fliegt Boeing davon
DER AKTIONÄR bekräftigt nach Zahlen seine Kaufempfehlung für die EADS-Aktie mit Kursziel 25,00 Euro. Der hohe Auftragseingang, die planmäßige Restrukturierung sowie günstige Wechselkurseffekte hieven EADS in eine bessere Ausgangsposition als den Konkurrenten Boeing. Auch aus charttechnischer Sicht stehen die Ampeln nach dem Ausbruch über den Widerstand bei 17,40 Euro auf grün. Anleger sollten den Stopp bei 15,00 Euro setzen.