Zurück zur Startseite
Zurück zur Startseite
Das komplette Heft für
nur 4,99 € als ePaper.
Jetzt DER AKTIONÄR als ePaper online lesenZur aktuellen Ausgabe
ePaper-Einzelabruf


Zum Abo-Shop

Leseprobe
Aktuelle Ausgabe:

Die Millionen-Formel: So finden Sie automatisch die besten Aktien

  • McDonald's: Schnelles Essen - fette Gewinne

weitere Werte: Allianz, Coca-Cola, E.on ...

DER AKTIONÄR  - Homepage

Video des Tages

Exklusivinterview mit Dr. Jens Ehrhardt: "Kein zweites Lehman"

Er ist einer der bekanntesten Fondsmanager und Vermögensverwalter in Europa. Die Rede ist von Dr. ...»mehr

US-Indizes erholen sich - Sorgen um Eurozone belastet weiter - Facebook im Plus - Dell, Big Lots, Macy´s

»mehr

Eine Frage der Kosten

Dieser Goldproduzent könnte das schaffen, was ihm keiner zugetraut hat. Die Aktie wäre dann ein ...»mehr
Startseite> Empfehlungen> Aktien Weltweit

Droht Solar-Armageddon für Conergy, Trina, Q-Cells und Co? Solar-Bär Johnson im großen Interview

Florian Söllner

Folgt dem Boom der große Kater. US-Solarexperte Gordon Johnson glaubt an das Worst-Case-Szenario für die Solarbranche.

"Weltuntergangsszenario" und "Katastrophe" - mit diesen Begriffen hat der US-Analyst Gordon Johnson selbst in Europa für Aufsehen ge­sorgt. Schließlich ist das Gros der Solarexperten deutlich optimistischer. Während etwa iSuppli 2011 ein Wachstum der Neu­in­stalla­­tionen von 16 auf 19 Gigawatt er­war­tet, glaubt der US-So­lar­experte an ei­nen Rückgang. Zumindest in den letzten Wochen lag der "Solar-Bär" mit seiner Verkaufsempfehlung für So­lar­­aktien richtig: Solar-Aktien haben deutlich underperformt. Grund genug, seine Sicht der Dinge zu beleuchten.

DER AKTIONÄR: Herr Johnson, nie wurden so viele Solarmodule verkauft wie 2010. Was macht Sie dennoch so skeptisch?

Gordon Johnson: Tatsächlich haben wir einen Boom - ich nenne es eine Blase - gesehen. Anfänglich wurden weltweit für 2010 nur acht GW Neu­in­s-
tallationen prognostiziert. Jetzt scheint es, dass dieses Jahr bedeutend mehr installiert werden. 

Auch weil in den Vorjahren aufgrund der Förder-Unsicherheit und des Wegbrechens des spanischen Absatzmarktes nur vorsichtig investiert wurde, kam es vor­übergehend zu einem großen Modul-Eng­pass. Die Angst vor einer weiteren Knappheit hat Projektierer dann dazu veranlasst, die Bestellungen zu erhöhen und einen Puffer aufzubauen. Dabei entstand so­gar ein lukrativer Zweitmarkt für Mo­dule mit Höchstpreisen von 2,20 bis 2,40 Dollar je Watt - während die Lis­ten­­preise bei 1,70 bis 1,80 Dollar lagen. Diese Gewinnmöglichkeit hat zusätzlich zu spekulati­ven Bestellungen ge­führt. Viele Mo­dulhersteller sprechen daher der­zeit davon, für 2011 „ausverkauft" zu sein.  Doch man sollte vor­sichtig sein und nicht vergessen, dass die meisten Ab­nehmer selbst auf Sicht von ein oder zwei Monaten in Wirklichkeit wenig oder keine Transparenz über die End­kundennachfrage haben.

2010 haben die Hersteller von Solarmodulen munter weiterinvestiert ...

Und genau das dürfte zum Problem wer­den. Die Aufträge für neues Wafer-, Zell-, Modul- und Polysilizium-Equipment sind regelrecht explodiert. Ich schätze, dass zwischen Mitte 2010 und Ende 2011 25 GW neue Zellkapazitäten in­­stalliert werden. Meine Schätzung für die vorhandenen Kapazitäten ist kon­servativ und liegt bei über 11 GW im ersten Halbjahr 2011 gegenüber 5,8 GW im ersten Halbjahr 2010.

Wie entwickelt sich demgegenüber die Nachfrage?

Ich gehe im zweiten Halbjahr 2010 von einer weltweiten Nachfrage von 6,5 GW und mit Sicherheit eine demgegenüber noch einmal schwächeren im ers-
ten Halbjahr 2011 aus. Die Nach­frage hat bereits seit Mitte 2010 nach­­gegeben. Viele Analysten be­haup­­ten, dass 2011 andere Länder die Ab­schwä­chung des deutschen Marktes auf­wiegen können. Das glaube ich jedoch nicht. Schließlich hat Deutschland fast 70 Prozent des Weltmarktes im ersten Halbjahr 2010 ausgemacht.

Es gibt Anzeichen, dass sich das Umfeld schon früher als im ersten Halbjahr 2011 verschlechtert. Der Spotpreis ist bereits von 2,30 auf 1,90 Dollar je Watt ge­sunken.

Wie weit könnten die Preise fallen?

Egal von welcher Annahme wir aus­ge­­hen - wir werden bald eine Periode ei­nes deutlichen Modul-Überhanges sehen. 2011 dürften die Preise für kristalline Module daher auf das Niveau der marginalen Kosten und damit unter ei­nen Dollar je Watt fallen.

Zumindest die besten Hersteller kristalliner Solarmodule sind bereits auf einem solchen Kostenniveau angekommen. So ha­ben Trina Solar, Yingli oder Solarfun Produktionskosten von rund 1,10 Dollar je Watt ausgewiesen. Und diese dürften weiter fallen. Denn erste Si­liziumhersteller produzieren bereits für 25 Dollar je Kilogramm. Das würde die Si­liziumkosten pro Watt von derzeit 0,35 Dollar auf 0,15 Dollar reduzieren.

Würde ein solcher rund 50-prozentiger Preiseinbruch nicht automatisch große Investitionen in Solaranlagen auslösen?

Zwar erwarten viele, dass solch günstigen Preise die Nachfrage deutlich be­leben. Doch es darf nicht vergessen wer­den, dass Module mittlerweile deutlich weniger als die Hälfte eines komplet­ten So­lar­­systems ausmachen. Das heißt, ein 40 pro­­zentiger Rückgang der Modul­prei­se bringt nur einen 15-prozentigen Rückgang des Komplettsystems mit sich.

Konkret: Wie sollten Anleger aus Ihrer Sicht  reagieren?

Es sieht nicht so aus, als ob das gut aus­­geht. Wir haben daher Verkaufs-emp­­feh­lun­­gen für Suntech, Yingli, Ja So­lar und den Dünnschicht-Hersteller First Solar veröffentlicht.

Nur ein Beispiel: Im Szenario, in welchem die kristallinen Preise auf 1,00 Dol­lar pro Watt fallen, müsste First Solar zu 0,75 Dollar pro Watt an­bieten, da Dünnschicht-Module höhere Systemkosten (mehr Kabel, Fläche) ha­ben. Das würde zu deutlichen Verlusten und einem nicht mehr funk­tio­nie­renden Geschäftsmodell der Firma füh­ren.

Die einzige Aktie, die wir zum Kauf empfehlen, ist Amtech Systems.

http://www.deraktionaer.de/upload_beitrag/Solar_520_220_753170.jpg

Vorsicht ja, Panik nein

Der "Solar-Bär" ist ein ein­­­samer Rufer - während er etwa Ver­­luste von First So­lar für möglich hält, rechnen alle anderen Analysten 2011 mit steigenden Gewinnen des mit einem KGVs von 15 relativ hoch be­werteten Solarweltmarktführers. Doch die warnenden Stimmen sollten nicht komplett ignoriert werden. DER AKTIONÄR rechnet aufgrund der ab­seh­­baren weiteren Reduktion der Einspeisevergütung in Deutschland tat­säch­­­lich mit kräftigem Gegenwind für die ganze Branche. Da­h­er weist besonders ein Short-Zertifikat auf den US-Dünnschichthersteller First Solar ein gutes Chance- / Ri­siko-Verhältnis auf.

Doch es gibt weiterhin auch Long-Chancen: Etwa die gerade auf ein neues Hoch gestiegene Aktie des US-Solarmaschinenbauers Amtech, der erst vor wenigen Tagen China-Aufträge im Wert von 23 Millionen Dollar erhalten hat, oder einige asiatische Solaraktien. Denn 2011 dürfte es in der lange sonnenverwöhnten Branche zwar zu dem einen oder anderen Gewitter kommen. Den heraufbeschworenen "Weltuntergang" wird es aber auch im laufenden Jahr nicht geben.

Dieses Interview ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 02/2011 erschienen.

Aktien-Reports

Weitere Artikel zum Thema

Dramatische Entwicklung bei First Solar. Der Weltmarktführer für Dünnschicht-Module zieht sich komplett aus Deutschland zurück. Die Aktie bleibt im steilen Abwärtstrend....mehr
Der Riese wankt. Erneut hat der einst rentabelste Solarmodulhersteller der Welt enttäuschende Zahlen vorgelegt. Charttechnisch sieht es wieder sehr düster aus für die Aktie von First Solar....mehr
video
Der weltweit führende Dünnschicht-Hersteller First Solar steckt in einer tiefen Krise. Grund sind auch Kürzungen in Spanien und Italien. Jetzt wird es charttechnisch spannend....mehr
video
Bis zu 230 Prozent Rendite – wer den Derivate-Empfehlungen des AKTIONÄR gefolgt ist, hatte auch im schwierigen Börsenjahr 2011 gute Chancen auf hohe Gewinne....mehr
video
Der weltweit größte Solarkonzern First Solar strauchelt. Erneut schockt der Dünnschicht-Hersteller mit einer Gewinnwarnung. Das erste charttechnische Ziel des AKTIONÄR ist erreicht – der Put liegt 240 Prozent vorne....mehr

Kursinformationen

Akt. KursVeränd. /
WKNKurszeit
ISINVolumen
KürzelTief/Hoch /
Diesen Wert jetzt über flatex handeln:
Diesen Wert jetzt über ViTrade handeln:

Videos zu behandelten Wertpapieren

vorBlätternzurück
.

DAX

Tops & Flops

TECDAX

Tops & Flops

MDAX

Tops & Flops

SDAX

Tops & Flops

Share/Bookmark
Anzeige
Anzeige

Weitere DER AKTIONÄR Dienste