Thorsten Küfner
Die Börsen in Brasilien, Russland, Indien und China haben sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Ähnliches traut man nun auch den Aktienmärkten der Next-Eleven-Staaten zu.
Goldman-Sachs-Chefökonom Jim O'Neil hatte bereits 2003 erklärt, dass Brasilien, Russland, Indien und China bis 2050 eine enorm wichtige Rolle für die Weltwirtschaft spielen werden und auch deren Aktienmärkte über erhebliches Potenzial verfügen. Doch kaum jemand hatte damals eine derart dynamische Entwicklung dieser Volkswirtschaften erwartet. Denn schon jetzt zählen die BRIC-Staaten zu den Lokomotiven der Weltkonjunktur. Enormes Potenzial sieht O'Neil indes auch in elf weiteren Schwellen- und Entwicklungsländern, die lange Zeit von den Investoren eher stiefmütterlich behandelt worden waren: die Next Eleven oder auch N-11. Die elf "Auserwählten" sind Türkei, Iran, Pakistan, Bangladesch, Vietnam, Indonesien, die Philippinen, Südkorea, Nigeria, Ägypten und Mexiko.
Hohe Risiken - enorme Chancen
Natürlich darf man nicht erwarten, dass in wenigen Jahren Volkswirtschaften wie Vietnam oder Bangladesch eine ähnlich wichtige Rolle für die Weltwirtschaft spielen werden wie die BRIC-Staaten. Eine vergleichbare Börsenentwicklung wäre aber auch in einigen dieser Länder möglich. Zwar sind die politischen Risiken in zahlreichen Staaten eindeutig höher als in den BRIC-Ländern, im Gegenzug bieten sich Investoren dort auch immense Chancen. Denn die Voraussetzungen für anhaltend hohes Wachstum sind hervorragend.
Bevölkerung wächst und wächst
So dürften die Volkswirtschaften der Länder, die zudem nahezu alle über einen großen Reichtum an Rohstoffen verfügen, deutlich vom demografischen Wandel profitieren. Bereits jetzt leben in den N-11 mehr als eine Milliarde Menschen, das Bevölkerungswachstum beträgt durchschnittlich deutlich mehr als ein Prozent. Zudem ziehen aufstrebende Staaten wie Indonesien oder Mexiko stetig höhere ausländische Direktinvestitionen an. Immer mehr Global Player forcieren nun den Markteintritt in bisher kaum beachteten Ländern wie Nigeria, Bangladesch oder Pakistan - alles Staaten mit einer Bevölkerung von weit über 100 Millionen, Tendenz steigend.

Boom am Bosporus
Anleger, die davon profitieren wollen, haben es allerdings nicht gerade leicht. Aktien vieler N-11-Staaten werden in Deutschland kaum gehandelt, türkische Papiere überhaupt nicht. Leider - denn die Wirtschaft am Bosporus brummt: 2010 und 2011 sollen Wachstumsraten von mehr als fünf Prozent verbucht werden. Trotz der Rallye des Jahres 2009, als der Leitindex ISE 100 rund 90 Prozent zulegte, sind die Aktien noch moderat bewertet. Anleger sollten hier mithilfe von Fonds einsteigen. Hierbei bieten sich der ETF von Lyxor (WKN LYX 0AK) auf die 20 größten Konzerne des Landes oder der aktiv gemanagte Fonds der ESPA (WKN 694 675) an.
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