Diageo schluckt Caipi-Hersteller
Die weltgrößte Spirituosenkonzern Diageo hat seine Marktposition in Brasilien weiter ausgebaut. Auf Sicht dürfte die Übernahme des Cachaca-Produzenten Ypioca die Bilanz aufwerten – zur Freude der Anleger.
Seit vielen Jahren behauptet Diageo seine führende Position im hartumkämpften Markt für hochprozentige Getränke. Dies ist nicht zuletzt dem Geschick bei den strategischen Zukäufen zu verdanken. Nun haben sich die Briten einen Zuckerrohr-Produzenten einverleibt. Aus diesem Stoff wird vor allem das Kultgetränk Caipirinha gemixt.
Expansion in Brasilien
Branchenführer Diageo hat vom brasilianischen Hersteller Ypioca Agroindustrial Limitada die Produktionsanlagen sowie die Schnapsmarke Cachaca Ypioca erworben. Der Kaufpreis wurde auf umgerechnet rund 300 Millionen Britische Pfund (GBP) in bar beziffert. Nach Angaben von Diageo rechnet man ab dem fünften Jahr nach Abschluss der Übernahme mit einem positiven Gewinnbeitrag. Bereits ein Jahr nach der Transaktion soll eine „schwarze Null" stehen.
Dauerbrenner Cachaca
Im vergangenen Jahr spielte die Spirituosenmarke Ypioca Umsatzerlöse von umgerechnet rund 60 Millionen GBP ein. Somit avancierte man bei Zuckerrohrschnaps (Cachaca) zur Nummer 3 auf dem brasilianischen Markt. Diageo will seine Marktpräsenz am Zuckerhut mit dem Zukauf weiter ausbauen. Aus strategischer Sicht ist der Zukauf sehr geschickt. Nicht nur im Land des zukünftigen Fußball-WM-Gastgebers sind Zuckerrohr-Getränke sehr gefragt. Cachaca wird beispielsweise zum Mixen des Cocktails Caipirinha verwendet - und das ist ein Dauerbrenner in den Bars rund um den Globus.
Analysten heben Daumen
Bei Morgan Stanley bewertet man den Zukauf positiv. Die Experten stufen die Aktie mit "overweight" ein. Bei der Berenberg Bank rät man zum Einstieg mit Kursziel von 1.760 Pence. Der Kauf der Ypioca-Marke sei zwar nicht billig gewesen, aber strategisch sinnvoll.

Der Konkurrenz voraus
Diageo hat mit einer starken Bilanz seine Vormachtstellung unter Beweis gestellt. Dank des breiten Produktportfolios dürften die Briten weiterhin Vorteile beim Ausbau ihrer Marktposition vor allem in den lukrativen Schwellenmärkten besitzen. Demnächst dürfte die Notierung das Hoch bei 20,20 Euro ins Visier nehmen. Ein Stopp bei 14,50 Euro sichert ab.
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