Steffen Eidam
Gleich mehrere Analystenhäuser nahmen die Halbjahreszahlen von Danone zum Anlass, ihre Einschätzung zum Nahrungsmittelkonzern zu überprüfen. Das Zahlenwerk hat einen durchaus guten Eindruck hinterlassen.
Gleich mehrere Analystenhäuser nahmen die Halbjahreszahlen von Danone zum Anlass, ihre Einschätzung zum Nahrungsmittelkonzern zu überprüfen. Das Zahlenwerk hat einen durchaus guten Eindruck hinterlassen.
Der vor allem für seine Milchprodukte bekannte Danone-Konzern konnte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres trotz Wirtschaftskrise gut behaupten. Demnach kletterte der Umsatz um 1,6 Prozent auf 7,52 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte zwischen Januar und Juni erwartungsgemäß um 8,1 Prozent auf 1,21 (Prognose: 1,19) Milliarden Euro zu, gleichzeitig stieg die operative Marge von 15,3 auf 16 Prozent. Der Überschuss kletterte um 7,6 Prozent auf 722 (Analystenkonsens: 706) Millionen Euro. Für das Gesamtjahr peilen die Franzosen beim vergleichbaren Umsatz ein Wachstum leicht unter der üblichen Zielspanne von acht bis zehn Prozent an. Die operative Marge soll steigen, der Gewinn vor Sonderposten und Währungseffekten je Aktie um zehn Prozent zulegen.

Babynahrung weiter sehr gefragt
Als Hauptwachstumsträger erwiesen sich auch im zweiten Quartal die Segmente Babynahrung und Gesundheitsernährung, die im Vergleich zum Vorquartal um 7,4 Prozent beziehungsweise um 8,8 Prozent zulegen konnten. Aufgrund der sinkenden Nachfrage in Russland, China und den osteuropäischen Ländern konnte das Wachstumstempo aus dem ersten Quartal aber nicht ganz gehalten werden. Im Kernsegment Milchprodukte (57 Prozent am Gesamtumsatz) konnte Danone im zweiten Quartal dank Preissenkungen und einer Werbeoffensive ein leichtes Absatzplus von 2,7 Prozent erzielen.
Freundliche Kommentare
Die Analysten von Morgan Stanley haben das Kursziel für Danone von 40,00 auf 43,00 Euro angehoben und die Einstufung auf „Overweight" belassen. Damit reagierten die Experten auf die stärker als erwartet ausgefallene Umsatz- und Margenentwicklung im zweiten Quartal. Der Lebensmittelhersteller dürfte 2010 dank eines zulegenden Milchgeschäfts zu einem zweistelligen Wachstum beim Gewinn je Aktie (EPS) zurückkehren.
Auch bei JPMorgan bewertete man die Danone-Zahlen positiv. So wurde das Kursziel von 41,00 auf 45,00 Euro angehoben, die Einstufung blieb ebenfalls auf „Overweight". Eine gute Entwicklung der Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) könnte 2009 zu einem Gewinnwachstum je Aktie von zehn Prozent führen.
Bei Vontobel Research stuft man die Danone-Aktie mit „Hold“ und einem Kursziel von lediglich 37 Euro ein. Danone habe eine starke Margenverbesserung berichtet, während Umsatz und Nettogewinn den Erwartungen entsprochen hätten.
Ähnlich verhalten äußern sich die Experten von Independent Research, die ihr Kursziel von 35 auf ebenfalls 37 Euro erhöht haben. Positiv bewerten sie, dass der Umsatz der Sparte Milchprodukte erstmals seit fünf Quartalen wieder steigen konnte. Auf vergleichbarer Basis verbesserten sich die Erlöse von minus 1,2 auf plus 0,7 Prozent. Das Urteil wird daher von „reduzieren“ auf „akkumulieren“ hochgesetzt.
Verbesserte Ausgangslage
Der Weltmarktführer im Segment Milchprodukte hat seine Hausaufgaben gemacht und den Anschluss an den großen Konkurrenten Nestlé gefunden. Dank einer Kapitalerhöhung über drei Milliarden Euro konnte Danone einerseits die Schulden auf rund vier Milliarden Euro reduzieren und hat zudem genug Cash um weitere Übernahmen (nach Numico) zu stemmen. Der angepeilte Gewinn sollte im Bereich des Machbaren liegen. Anleger sollten die Aktie von Danone auf die Watchlist setzen. Weitere Erfolge bei der Vermarktung neuer Produkte sowie Fortschritte bei der geplanten Expansion auf neue Märkte könnten schon bald weitere positive Analystenkommentare nach sich ziehen und den Kurs beflügeln.