Thorsten Küfner
Der Onlinebroker CortalConsors hat seine Strategie geändert und will sich nun wieder stärker auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Am Angebot der unabhängigen, bezahlten Anlageberatung soll allerdings trotz der schleppenden Nachfrage festgehalten werden.
CortalConsors begräbt seine Pläne, als Onlinebroker auch Filalen zu beteriben. Vor zwei Jahren hatte die Tochter der französischen BNP Paribas noch geplant, eine ganze Reihe von Niederlassunge zu eröffnen. Dadurch sollten die Vorteile eines Onlinebrokers mit denen einer Bank vor Ort kombiniert werden. Nun schließt die Gesellschaft die Filiale in Berlin, wodurch die Zentrale in Nürnberg der einzige physische Anlaufpunkt des Onlinebrokers bleibt. Zudem will das Unternehmen auch das Geschäft mit den 150 mobilen Bankberatern einstellen. Wie Dirk Althoff, Leiter der Corporate Communication von CortalConsors, im Gespräch mit dem AKTIONÄR mitteilte, werde sich der Onlinebroker nun wieder verstärkt auf den Vertrieb über Telefon und Internet konzentrieren. Nun wollen sich die Nürnberger auf ihre Kernkompetenzen wie das Brokerage-Geschäft und den Vermögensaufbau fokussieren.
Bisher nur geringe Nachfrage nach Honorarberatung
Zwar sei das Angebot der unabhängigen bezahlten Beratung bislang nur von wenigen (50 bis 100) Kunden wahrgenommen worden, Althoff erklärte allerdings, dass dieses Angebot auch nicht wie in den Medien verbreitet wurde, allen 600.000 CortalConsors-Kunden angeboten wurde, sondern zunächst lediglich 4.000. Zudem habe die Nürnberger Gesellschaft auch noch keine groß angelegte Marketing-Kampagne für das Projekt gestartet. Trotz der bislang eher schleppenden Nachfrage betonte Althoff daher: "Wir glauben an das Modell."
Orderrückgang
Indes haben sich die Transaktionszahlen in den ersten neun Monaten verringert: Nachdem CortalConsors die Tochter der französischen BNP Paribas im Vorjahreszeitraum noch 5,8 Millionen Orders abgewickelt hatte (Gesamtjahr 8,4 Millionen), waren es 2009 nur 4,8 Millionen. Damit schnitt CortalConsors etwas schlechter ab als Wettbewerber: So verbuchte Comdirect im Kundengeschäft einen Rückgang von 14,6 Prozent auf 5,48 Millionen Transaktionen, die Commerzbank-Tochter betreut derzeit verwaltet in diesem Bereich 716.000 Depots. Die DAB Bank (Depots im B2C-Bereich: rund 510.000) wickelte in den ersten neun Monaten mit 2,63 Millionen 13,7 Prozent weniger Orders für ihre Kunden ab. Bei dem auf Heavy-Trader spezialisierten Onlinebroker Sino (614 Depots) gingen die Transaktionen um 8,7 Prozent zurück.

BNP-Aktien bleiben kaufenswert
Die Aktien der Consors-Mutter BNP Paribas bleiben indes wegen der soliden Bilanz, der starken Marktstellung, der moderaten Bewertung (KGV von 11 bei stetig steigenden Gewinnen in den kommenden Jahren) sowie des guten Chartbildes ein klarer Kauf. Kursziel beträgt 70,00 Euro, der Stoppkurs sollte auf 46,50 Euro nachgezogen werden.