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Chancenreicher Wechsel

Zu den ganz heißen Turnaroundspekulationen am Rohstoffmarkt gehört Palladium. Zwar fristet dieses Edelmetall im Schatten seines großen Bruders, dem Platin, ein Mauerblümchendasein, doch einige Umstände deuten auf eine Trendwende hin. Platin wird vor allem aus der Schmuck- und Autoindustrie stark nachgefragt. Letztere benötigt Platin für den Einsatz in Abgaskatalysatoren.

Am Rohstoffmarkt zeichnet sich ein Wechsel von Platin zu Palladium ab. Gewiefte Anleger steigen jetzt bei Palladiumunternehmen ein.

Zu den ganz heißen Turnaroundspekulationen am Rohstoffmarkt gehört Palladium. Zwar fristet dieses Edelmetall im Schatten seines großen Bruders, dem Platin, ein Mauerblümchendasein, doch einige Umstände deuten auf eine Trendwende hin. Platin wird vor allem aus der Schmuck- und Autoindustrie stark nachgefragt. Letztere benötigt Platin für den Einsatz in Abgaskatalysatoren. Weltweit immer strengere Umweltauflagen treiben die Nachfrage nach Katalysatoren – und damit auch die Nachfrage nach Platin – stetig nach oben. Aber auch in Mobiltelefonen und auf Computerfestplatten kommt Platin zum Einsatz. Steigt der Preis für Platin jedoch zu schnell und zu hoch, können die Hersteller von Katalysatoren und Halbleitern auch auf das Edelmetall Palladium ausweichen. Diesen Wechsel zwischen Platin und Palladium konnte man in der Vergangenheit schon mehrfach beobachten, und nach dem Höhenflug des Platinpreises, er hat sich seit dem Jahr 2000 mehr als verdreifacht und notiert aktuell bei über 1.250 Dollar je Unze, wird er nun auch in den kommenden Monaten immer wahrscheinlicher.

Heftige Preisschwankungen

Allerdings hat Platin gegenüber dem Palladium einen gewaltigen Vorteil: das Angebot von Platin ist relativ konstant. Drei Viertel des Platins stammen aus Südafrika, 15 Prozent kommen aus Russland. Bei Palladium liegt das Monopol dagegen fast vollständig bei der russischen Minengesellschaft Norilsk Nickel. Sie deckt über 70 Prozent des weltweiten Palladiummarktes ab. Da es bei den Russen in der Vergangenheit aber immer wieder zu Lieferengpässen gekommen ist, unterlag Palladium heftigen Preisschwankungen. Die westliche Autoindustrie konnte sich auf solch schlechte Bedingungen nicht verlassen und setzte deshalb verstärkt auf den Einsatz von Platin. Mit einem 51-prozentigen Aktienengagement beim US-Konkurrenten Stillwater Mining im Jahr 2003 will Norilsk Nickel jedoch nicht nur den nordamerikanischen Markt erobern, das Unternehmen will auch die Automobilindustrie dazu bewegen, zum Palladium zurückzukehren. Als russisch-amerikanisches Konsortium wirbt Norilsk Nickel/ Stillwater Mining vor allem um Vertrauen. Da das Palladium derzeit deutlich billiger ist als Platin, könnten die Russen durchaus Erfolg haben.

Palladiumaktien im Check

Neben Norilsk Nickel und Stillwater Mining ist insbesondere North American Palladium interessant. Das kanadische Unternehmen ist mit einer 2006er-Jahresförderung von 237.338 Unzen in Nordamerika der größte Palladiumproduzent. Seine Minen liegen im Nordwesten der Provinz Ontario. Mit einem geschätzten Gewinn je Aktie von 0,79 Kanadische Dollar weisen die Papiere von North American Palladium für das Jahr 2008 ein KGV von 14 auf. Sie sind damit noch vergleichsweise niedrig bewertet. Neu auf die Empfehlungsliste der Palladiumaktien kommt das australische Unternehmen Platinum Australia. Es besitzt drei Projekte: die beiden südafrikanischen Minen Smokey Hills und Kalplats, und das in Australien gelegene Vorhaben Panton. Zusammen kommen diese Projekte auf 6,4 Millionen Unzen PGM (Platin Gruppen Metall), wovon ein großer Teil Palladium ist. Für das kommende Jahr strebt der Konzern die Produktion von 40.000 Unzen PGM an. 2009 sollen es dann bereits 230.000 Unzen sein. Die Analysten von Euroz Securities rechnen für 2008 mit einem Gewinn je Aktie von vier Australische Cent, für 2009 mit sechs Australische Cent und für 2010 mit 26 Australische Cent. Das KGV reduziert sich dadurch im gleichen Zeitraum von 46 auf 7.

Aktien und Zertifikat kaufen

Anleger setzen auf eine verstärkte Nachfrage nach Palladium. Neben Einzelinvestments in North American Palladium, Stillwater Mining und Platinum Australia bietet sich auch der Kauf des BAC Global Platinum Basket von Merrill Lynch an. Dieser enthält neben einigen Palladiumaktien auch Werte von bedeutenden Platinförderern.

Kursziel bei Platinum Australia: 2,00 Euro. Stopp: 0,75 Euro.

Mit dem BAC Global Platinum Basket setzen Anleger auf ausgesuchte Platin-/ Palladiumaktien. Mit dabei sind Anglo Platinum, Lonmin, Norilsk Nickel, North American Palladium und Stillwater. Kursziel: 140,00 Euro. Stopp: 80,00 Euro.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 18/2007.

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