Markus Bußler
Die Wirtschaft springt wieder an und der Hunger nach Rohstoffen wächst. Davon profitieren vor allem die Zulieferer der Minen und Bergwerksbetriebe. Die Gewinne dürften in den kommenden Jahren wieder deutlich steigen.
Aus der Geschichte kann man lernen: Als sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Amerika der Goldrausch ausbreitete, waren es nur wenige Goldgräber, die wirklich fündig und reich wurden. Die wirklichen Gewinner des Goldrausches saßen in den Städten und Dörfern und belieferten die Goldgräber mit dem richtigen Werkzeug.
Auch heute, 150 Jahre später, boomen die Geschäfte der Firmen, die die Bergbaubetriebe ausrüsten. Die immer komplexer werdenden Förderbedingungen verlangen noch bessere Werkzeuge für die Grabungen und den Transport der Rohstoffe. Experten schätzen beispielsweise alleine den jährlichen Markt für die untertätige Transporttechnik auf fünf bis sieben Milliarden Euro.
Marktführer mit KGV 9
Von dieser Entwicklung profitiert der Spezialist für entgleisungssichere Bahnsysteme, SMT Scharf. Das Unternehmen ist mit einem Weltmarktanteil von 45 Prozent Marktführer und konnte den Umsatz im vergangenen Jahr trotz Finanzkrise um sieben Prozent steigern. Der Grund: SMT Scharf tätigt einen Großteil seiner Umsätze in Südafrika und China und will hier auch weiter expandieren. Mit einem 2011er-KGV von 9 ist die Aktie nach wie vor günstig bewertet. Zudem winkt eine Dividende von 0,70 Euro für das abgelaufene Jahr. Der Vorstand will schon bald ein neues Aktienrückkaufprogramm starten.

Mit einem Gewinnsprung von 24 Prozent überrascht der US-amerikanische Hersteller von Geräten und Ausrüstung für die Minenbetriebe, Bucyrus, im vierten Quartal den Markt. Das Geschäft des nach eigenen Angaben führenden Lieferanten von Bergbaumaschinen erwies sich als erstaunlich resistent gegen die Krise. Die Gründe: Das Unternehmen hat im besonderen Maße von den Konjunkturprogrammen in China profitiert. In den Folgequartalen sollte sich auch die Übernahme des Bergbaugeschäfts der Terex Corporation positiv bemerkbar machen. "Wir werden unseren Markt geographisch ausdehnen und unser Produktprogramm über eine breitere Palette von Rohstoffen diversifizieren," kündigte Konzernchef Tim Sullivan an. Die Analysten bei Goldman Sachs sind begeistert von diesem Unternehmen, sie haben die Aktien auf ihre viel beachtete Conviction Buy-List gesetzt.
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Kohle abbauen, Kohle scheffeln
Ebenfalls stark Richtung China hat sich in den vergangenen Jahren der Bergwerksausrüster Joy Global orientiert. Zwar sind die USA noch immer der wichtigste Markt für den Konzern, doch vor allem der Absatz in den asiatischen Ländern wuchs in den vergangenen beiden Jahren um mehr als 20 Prozent.
Die Kundenbasis des Konzerns stammt vorwiegend aus dem Kohlesektor. Da sich die Weltwirtschaft langsam wieder erholt, zieht auch der Kohlepreis deutlich an. Die Förderung von Kohle wird jedoch zunehmend aufwändig - die Maschinen von Joy Global dürften daher in Zukunft noch gefragter sein. Zudem bietet das Unternehmen als zusätzliches Standbein auch Seminare an, in denen Minenarbeiter im Umgang mit hocheffizienter Fördertechnik geschult werden.
Auf die Konjunkturerholung setzen
Die anziehende Weltwirtschaft führt zu einer steigenden Rohstoff-Nachfrage. Das wird zu höheren Investitionen der Minenbetreiber führen. Mit den vorgestellten Aktien profitieren Anleger von diesem Trend. bus