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BP: Wilde Gerüchte und Dementis

Markus Bußler

17,2 Milliarden Dollar Verlust in einem Quartal - angesichts dieser Zahl ist es nicht verwunderlich, dass der Ölmulti BP Geld benötigt. Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge denkt man bei BP über einen Verkauf der Aral-Tankstellen nach. Das Dementi folgte auf dem Fuß: Dies stehe derzeit nicht zur Debatte, erklärte ein Konzern-Sprecher.

Freilich bedeutet dies nicht, dass BP nicht generell über Verkäufe von Unternehmensteilen nachdenkt. Im Gegenteil: Der Konzern will in den kommenden 18 Monaten Besitz im Wert von bis zu 30 Milliarden Dollar verkaufen, um die Kosten für die Ölpest im Golf von Mexiko bezahlen zu können. Nachdem das Leck heute endgültig geschlossen werden soll, treten mehr und mehr die Sorgen um die Langzeitschäden in den Mittelpunkt der Anleger. Wie hoch diese sind, lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.

Mögliche Interessenten

Nach Angaben von BP will man sich allerdings bei den Verkäufen auf die Produktionssparte konzentrieren. Der Service-Bereich stehe angeblich nicht zur Disposition. Ohnehin wäre der Verkauf der Aral-Tankstellen wohl eher der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Den Wert schätzen Experten auf zwei Milliarden Euro. Übrigens: Auch mögliche Käufer wurden bereits gehandelt. Der französische Mineralölkonzern Total zum Beispiel oder auch der europäische Tankstellenverbund Avia. Auch der russische Ölkonzern Rosneft gehört zu den Favoriten.

Den deutschen Tankstellenpächtern dürfte ein solcher Verkauf möglicherweise sogar gelegen kommen. Sie sehen, was ihren amerikanischen Kollegen derzeit widerfährt: Vandalismus und einbrechende Umsätze. In den USA prangt anders als an den deutschen Aral-Tankstellen das BP-Logo über den Zapfhähnen. Kein Wunder, dass die Betreiber in den USA eine Rückkehr zum alten Namen Amoco fordern.

Heißer Zock

Die Papiere von BP sind derzeit nur wirklich risikobereiten Investoren zu empfehlen. Mit Sicherheit kann derzeit niemand sagen, welche Summen BP für die Langzeitfolgen der Ölpest aufbringen muss. Auch wenn das operative Geschäft nach wie vor rund läuft, dürfte das Unglück den Konzern und die Bilanz noch lange Zeit belasten. Das Dilemma von BP ist bekannt, dadurch dürften sich bei den Verkäufen von Unternehmensteilen auch kaum Höchstpreise erzielen lassen. DER AKTIONÄR rät konservativen Anlegern, sich das Spiel um BP von der Seitenlinie anzusehen.  

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