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BP: Strohfeuer oder nachhaltige Gegenbewegung?

Michael Schröder

Rund um den Globus wird die Zukunft des britischen Ölkonzerns BP derzeit heiß diskutiert. Begriffe wie "Kollaps", "Rettungsplan", "feindliche Übernahme" oder "strategischer Investor" machen dabei immer wieder die Runde. Gestern erklärte der Konzern, die durch die Ölpest entstehenden Kosten auch ohne die Ausschüttung neuer Aktien finanzieren zu können. Die Aktie legte deutlich zu. Ein Strohfeuer?

Die Ölplattform "Deepwater Horizon" war am 20. April nach einer Explosion gesunken. Aus dem Leck in rund 1.600 Metern Tiefe treten seitdem jeden Tag bis zu neun Millionen Liter Öl aus. Der Ölteppich breitet sich immer weiter aus. Erstmals sind Ölklumpen an einem Strand im US-Bundesstaat Texas entdeckt worden. Die Kosten für die Beseitigung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko steigen weiter rasant. Bereits über 3,1 Milliarden Dollar hat BP nach eigenen Angaben für die Folgen der Ölkatastrophe gezahlt - Tendenz steigend!

Keine neuen Aktien

Gestern erklärte der Öl-Multi überraschend, die durch die Ölpest entstehenden Kosten ohne die Ausschüttung neuer Aktien finanzieren zu können. Zuletzt hieß es in den Medien bereits, die britische Regierung bereite sich auf einen Zusammenbruch des Konzerns vor. Offizielle Pläne gibt es bisher aber nicht. "Wir kommentieren keine hypothetischen Krisenpläne, für welches Unternehmen auch immer", so eine Sprecherin des britischen Energieministeriums gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Strategischer Investor

DER AKTIONÄR hatte bereits erklärt, dass BP auch mit der Suche nach einem strategischen Investor begonnen hat. Mithilfe eines Geldgebers soll eine feindliche Übernahme verhindern werden. Als Investoren kämen Ölscheichs, konkurrierende Konzerne und Staatsfonds infrage. Diese könnten einen Anteil von fünf bis zehn Prozent des Unternehmens erwerben. 

Nur für starke Nerven

Die Volatilität der Aktie dürfte in den nächsten Tagen und Wochen hoch bleiben. Nach der mehrwöchigen Talfahrt läuft derzeit eine Gegenbewegung. Die Aussagen, die durch die Ölpest entstehenden Kosten ohne die Ausschüttung neuer Aktien finanzieren zu können, ließen die Papiere gestern um rund neun Prozent steigen. Ungeachtet dessen sollten konservative Anleger die Aktie weiterhin meiden. Nur extrem risikobewusste Anleger können mit einer bewusst klein gehaltenen Position auf eine Trendwende spekulieren. Ein enger Stopp sichert die Position ab.

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