Börsenwelt Presseschau II: Uranium Participation und Cancom unter der Lupe
Fuchs Kapitalanlagen glaubt an den Umschwung beim Uranpreis und möchte daran mit Uranium Participation verdienen. Der Frankfurter Börsenbrief erwartet einen Kursrücksetzer der Aktie von Cancom und rät dann zum Einstieg auch mit einem Derivat.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Fuchs Kapitalanlagen verweisen darauf, dass der Super-GAU im japanischen Fukushima erst im März vergangenen Jahres, also vor 15 Monaten, begonnen hat. Nun lässt die japanische Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda die ersten Atomkraftwerke wieder hochfahren. Die Atom-Lobby fordert, auch die restlichen 40, nicht zerstörten Meiler schnellstmöglich wieder in Betrieb zu nehmen. Vor Fukushima liefen in Japan 54 Kernkraftwerke und damit mehr als zehn Prozent der weltweit tätigen Anlagen. Auch andere Länder setzen teils massiv auf die Atomkraft; alleine China errichtet derzeit 26 Kernkraftwerke und weltweit sind derzeit 61 Anlagen im Bau. Dazu kommen noch 162 Atomkraftwerke, die in der Planung sind. Auch wenn ältere Anlagen abgeschaltet werden, steigt also weltweit die Zahl der Kernkraftwerke und damit die Nachfrage nach Uran. Derzeit verbrauchen die weltweit 434 laufenden Anlagen 163 Millionen pound (454 Gramm) Uranoxid pro Jahr. Der Branchenverband World Nuclear Association schätzt den Bedarf für das Jahr 2015 auf rund 200 Millionen pound. Dabei wird bereits heute rund 30 Prozent mehr Uranoxid nachgefragt als gefördert. Diese Lücke wird derzeit noch mit Material aus russischen Atomsprengköpfen geschlossen, doch das zugrundeliegende Abkommen zwischen Russland und den USA läuft im nächsten Jahr aus. Ob Präsident Wladimir Putin diese Abreicherung fortsetzt, ist bislang nicht bekannt. Jüngst wurden auch nicht-militärische Lagerbestände aufgelöst, wobei sich die Vorräte bei Minengesellschaften und Kernkraftwerken dadurch spürbar verringerten. Der stark schwankende Preis für ein pound Uranoxid scheint am Spotmarkt bei 50 Dollar einen Boden gefunden zu haben, wobei sich dafür der Bau neuer Minen wirtschaftlich nicht rechnet. Weitere Preisabschläge sind daher unwahrscheinlich. Bei Vorwärtsverkäufen von Minengesellschaften zog der Preis jüngst das erste Mal seit mehr als einem Jahr wieder an.
Langfristig orientierte und risikobereite Anleger können von der sich langsam aber beständig erhöhenden Nachfrage nach Uranoxid profitieren, indem sie Aktien von Uranium Participation kaufen. Das kanadische Unternehmen ist eine Investment-Holding, die fast das gesamte Vermögen in Uranoxid und Uranhexaflorid anlegt. Dabei lagert Uranium Participation die Vorräte von Denison Mines ein, einer Uranminen-Gesellschaft, die ebenfalls aus Kanada stammt. Uranium Participation veröffentlicht einmal pro Monat den aktuellen Wert der Uranvorräte. Am 31. Mai belief sich dieser Wert auf 739,5 Millionen Kanadische Dollar (575 Millionen Euro) beziehungsweise 5,37 Euro je Aktie. Damit kostet die Aktie rund 19 Prozent weniger als der "innere Wert", was gelinde gesagt übertrieben ist. Bis zum Super-GAU von Fukushima notierte der Aktienkurs regelmäßig höher als dieser Wert.

Der Frankfurter Börsenbrief: Auf steigende Kurse von Aufsteiger Cancom
Im TecDAX haben die Vorzugsaktie von Sartorius und die Papiere von Cancom diejenigen von Centrotherm Photovoltaics und BB Biotech ersetzt. Nach Angaben der Experten des Frankfurter Börsenbriefes hat sich Cancom in der jüngeren Vergangenheit als echter Wachstumswert hervorgetan. Das 1992 gegründete und seit 1999 börsengelistete Unternehmen gehört zu den drei größten deutschen herstellerunabhängigen Systemhäusern für Informationstechnologie. Ein aktuelles Thema ist das sogenannte "Cloud Computing", also die Zentralisierung von Rechnerleistung, mit der IT-Strukturen besser ausgelastet werden können. Das Geschäft ist margenschwach. Im vergangenen Jahr lag die EBIT-Marge bei 3,4 Prozent. Auch die jüngst ausgewiesene Eigenkapitalquote von 35,1 Prozent ist lediglich ausreichend. Dafür ist Cancom nach dem Rekordjahr 2011 auch gut in das laufende Jahr gestartet. Nach dem Aufstieg in den TecDAX dürfte der Aktienkurs zunächst sinken. Das wiederum eröffnet Einstiegsgelegenheiten. Anleger sollten versuchen die Anteile für rund 12,60 Euro zu kaufen. Das KGV beliefe sich dann auf 9 für dieses und auf 8 für nächstes Jahr. Das Kursziel beträgt 16 Euro und der Stoppkurs sollte bei 10,40 Euro gesetzt werden. Risikobereite Investoren sollten den am 19. Dezember 2012 fälligen Call-Optionsschein (WKN LS3 RCH) von Lang & Schwarz auf Cancom ab einem Kurs von 0,23 Euro kaufen. Der Schein ist mit einer Basis und einer Totalverlust-Schwelle von 13 Euro sowie einem Hebel von derzeit 6,7 ausgestattet. Der Stoppkurs sollte bei 0,14 Euro gesetzt werden.
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