Werner Sperber
Das Zertifikatejournal findet Geschmack an einem Derivat auf die Aktie des Duft- und Geschmacksstoff-Produzenten Symrise. Der Frankfurter Börsenbrief rät: Finger weg von deutschen Solarwerten wie Q-Cells oder Solarworld. Zudem ist der Frankfurter Börsenbrief auf das enorm preisgünstige Medizinunternehmen Gentiva Healthcare aus den USA aufmerksam geworden.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Zertifikatejournals erinnern daran, dass der Gewinn von Symrise in den ersten neun Monaten 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken ist. Allerdings verdiente der Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen immer noch mehr als von Analysten erwartet. Vorstandsvorsitzender Heinz-Jürgen Bertram macht die Konjunkturabschwächung und die steigenden Rohstoffpreise für diese Entwicklung verantwortlich. Bertram bestätigte jedoch das Ziel, in diesem Jahr eine EBITDA-Marge von 20 Prozent zu erreichen, selbst wenn sich das Umfeld weiter eintrübt. Der Aktienkurs schaffte es zwar erneut nicht, den Widerstand bei 19,30 Euro nachhaltig zu überwinden. Dafür befindet sich zwischen 17 und 16 Euro eine solide Unterstützungszone. Deshalb bietet sich eine Spekulation auf stabile Notierungen. Anleger sollten dafür das am 28. Dezember 2012 fällige Bonus-Zertifikat (WKN CK1 X8V) der Commerzbank auf Symrise kaufen. Die Bank zahlt 24,50 Euro zurück, wenn der Aktienkurs während der Laufzeit die Schwelle von 15 Euro nicht berührt oder gar unterschritten hat. Das entspräche einer Rendite von 26,3 Prozent beziehungsweise 23,9 Prozent auf ein Jahr gerechnet.
Der Frankfurter Börsenbrief: Deutsche Solarwerte stehen im Dunkeln
Chinesische Solarfirmen, wie Suntech, Yingli oder Trina, verkaufen, dank staatlicher Subventionen, Solarzellen für weniger als Herstellung und Transport kosten. Im Jahr 2010 führten die USA deshalb chinesische Solarzellen im Wert von rund 1,5 Milliarden Dollar ein. Das entspricht einer Steigerung von mehr als 300 Prozent im Vergleich zu 2008. Diesen Vorwurf richten die deutsche Solarworld und sechs US-Solarfirmen an die chinesische Konkurrenz. Sie fordern von der US-Regierung, Strafzölle von mehr als 100 Prozent auf chinesische Solarzellen zu erheben. Politiker beeinflussen die Solar-Industrie auch mit den (rückläufigen) Subventionen, wie die Experten des Frankfurter Börsenbriefs erklären. Zudem wird die (Bank)-Finanzierung von neuen Solaranlagen immer schwieriger. Deshalb setzte die frühere Vorzeigefirma Solarworld in den ersten neun Monaten 2011 nur mehr 773 Millionen Euro um. Das ist ein Fünftel weniger als ein Jahr zuvor. Der Vorsteuergewinn brach um drei Viertel auf zirka 13 Millionen Euro ein. Noch schwieriger ist die Situation für Q-Cells. Hier verringerte sich der Umsatz um 30 Prozent und der Nettoverlust verschlimmerte sich von 36 auf 453 Millionen Euro. Ob eine im Februar fällige Wandelanleihe vollständig zurückgezahlt werden kann ist unsicher. Auch der Abgang von Finanzvorstand Marion Helmes ist ein negatives Signal. Anleger sollten deshalb nicht in solche "fallenden Messer" greifen.
Die Experten des Frankfurter Börsenbriefs küren Gentiva Healthcare zur "Turnaround-Story der Woche". Aufgrund der anhaltenden Diskussionen um die Leistungen von Krankenkassen in den Vereinigten Staaten von Amerika, kam die Aktie des US-Medizin- und Pflege-Dienstleistungsunternehmens in den vergangenen Monaten stark unter Druck. Politiker der demokratischen und der republikanischen Partei überboten sich im Senat mit Forderungen zu Einsparungen im Gesundheitssektor. Im nächsten Jahr dürfte Gentiva Healthcare deshalb wohl etwa zwei Prozent weniger Geld für die Ambulanz, die Pflege, die Sprachtherapie, die Betreuung und die weiteren Leistungen von den Kassen erhalten. Der Kurseinbruch von mehr als 80 Prozent ist angesichts dessen deutlich übertrieben. Der Börsenwert beträgt nur mehr 164 Millionen Dollar. Dabei setzte Gentiva Healthcare in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres 1,35 Milliarden Dollar um und verdiente brutto 641 Millionen Dollar. Risikobereite Anleger sollten deshalb auf eine Erholung spekulieren und die Aktie mit einem Kursziel von elf Dollar und einem Stoppkurs bei 3,65 Dollar kaufen. (Anmerkung der Börsenwelt-Redaktion: Die Aktie wird in Deutschland kaum gehandelt.)
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