Werner Sperber
Der Austria Börsenbrief Rohstoffe möchte mit Saracen Mineral einen Goldschatz heben. Die Prior Börse wettet im Bieterkampf um SGL Carbon mit.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten des Austria Börsenbriefes Rohstoffe raten dazu, die Aktie der schuldenfreien und mit 70 Millionen Australischen Dollar an Barreserven ausgestatteten Saracen Mineral zu kaufen. Die Notierung litt trotz einer erfolgreichen Kapitalerhöhung im Volumen von 50 Millionen Dollar nicht unter der ansonsten jüngst bei Gold-Produzenten und -Explorern üblichen Kursschwäche. Das Unternehmen ist auf dem Weg, zu einem soliden, mittelgroßen Goldproduzenten in Australien aufzusteigen. Das Management investiert das Geld der Gesellschaft in die Exploration. Das entsprechende Budget wird von 25 Millionen auf 30 Millionen Dollar erhöht. In den erweiterten Ausbau des Porphyr-Projekts und der Liegenschaft "Whirling Dervish" sollen anstatt 15 Millionen nun 45 Millionen Dollar gesteckt werden. Zehn Millionen Dollar sind zudem für mögliche Zukäufe reserviert. Saracen ist bereits jetzt erfolgreich bei der Suche nach Gold. Jüngst meldete das Unternehmen eine Erhöhung der Ressourcen von 3,3 Millionen auf 3,6 Millionen Feinunzen (31,1 Gramm). Im dritten Quartal 2011 produzierte das Unternehmen 31.800 Unzen Gold zu Kosten von 793 Dollar pro Feinunze. Der Vorstand prognostiziert für das nächste Jahr eine Fördermenge von insgesamt 125.000 Unzen und für das Jahr 2013 von 176.000 Unzen. Die Analysten von Euroz Securities schätzen den Gewinn in den Jahren 2012 bis 2014 auf 0,093 Dollar, auf 0,139 Dollar und auf 0,157 Dollar je Aktie. Ab dem Jahr 2013 beliefe sich das KGV damit auf 6. Mit diesen, als konservativ anzusehenden Schätzungen, ist Saracen Mineral deutlich unterbewertet. Das Explorations-Potenzial in der Liegenschaft "Red October" ist enorm, das Minenleben beträgt mehr als zehn Jahre und der Geschäftsführer Guido Staltari tätigt keine Terminverkäufe, weshalb das Unternehmen von einem steigenden Goldpreis profitieren kann. Das Kursziel beträgt 1,00 bis 1,20 Dollar bis zum Ende nächsten Jahres.
Die Prior Börse: SGL Carbon ist teuer aber gefragt
Nach Ansicht der Experten der Prior Börse hat der Bieterkampf um SGL Carbon ein neues Stadium erreicht. BMW besitzt nun 15 Prozent an dem Unternehmen. Die größte Anteilseignerin bleibt mit 29 Prozent die BMW-Großaktionärin Susanne Klatten, Volkswagen hält weiterhin zehn Prozent und der Maschinenbaukonzern Voith neun Prozent. Falls die Börsenaufsichtsbehörde BMW und Susanne Klatten ein gemeinsames Handeln (acting in concert) unterstellen, wäre die Schwelle von 30 Prozent Anteilsbesitz überschritten und den restlichen Aktionären müsste ein Übernahmeangebot unterbreitet werden. Die SGL Group wird mit einem KGV von 36 sehr ambitioniert bewertet. Allerdings ist der Werkstoff Karbonfaser innovativ. Er ist halb so schwer wie Aluminium, aber doppelt so hart wie Stahl und gilt als Schlüsseltechnologie für den Automobilbau der Zukunft. Vor allem Elektroautos müssen leicht sein und deshalb muss das Gewicht erheblich reduziert werden. Leichtbauteile sind auch für die Flugzeugindustrie und bei Windkraftanlagen gefragt. Außer SGL Carbon dürften, wenn überhaupt, nur wenige andere Unternehmen in der Lage sein, Karbonfasern im großindustriellen Maßstab zu produzieren. Derzeit erwirtschaftet die SGL Group in dieser Sparte zwar noch Verluste, doch das etablierte Kerngeschäftsfeld Graphitelektroden für die Stahlindustrie läuft gut.
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