Börsenwelt Presseschau II: Life Technologies und Illumina sowie Kontron unter der Lupe
Börse Online huldigt Life Technologies, dem Entdecker des "Heiligen Grals", und auch dem Konkurrenten Illumina. Aktien-Strategie hält die Aktie von Kontron für sehr günstig bewertet. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.
Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Börse Online erklären: Die in den 21.000 menschlichen Genen enthaltenen Informationen sind höchstens 750 Megabyte schwer. Das entspricht der Datenmenge, die auf 689.655 Seiten Schreibmaschinenpapier (aufeinandergestapelt 75,86 Meter Papier DIN A 4) Platz hat - oder, neben vielen anderen Bausteinen, in jedem menschlichen Zellkern mit einem Durchmesser von fünf bis 16 tausendstel Millimeter (Mikrometer, µm). Im Jahr 2001 kostete es 95 Millionen Dollar, diese Informationen zu entschlüsseln, also zu sequenzieren. Aktuell dauert es Wochen und kostet 5.000 bis 10.000 Dollar, um die Gene eines Menschen zu sequenzieren. Dabei würde es bei der Forschung enorm helfen, zu wissen, welche Verbindungen es zwischen Genen und Krankheiten gibt. Es würde bei der Behandlung von Krankheiten enorm helfen, die Gene entschlüsselt zu haben. Beispielsweise gibt es Krebs-Therapien, welche lediglich bei Patienten mit einer bestimmten DNS anschlagen. Diese Desoxyribo-Nuklein-Säure enthält die genetische Information, also das "Erbgut", von Zellen. Ein technischer Fortschritt in der Sequenzierung könnte die Welt verändern.
In der zweiten Jahreshälfte 2012 kommt dieser technische Fortschritt auf den Markt. Das Gerät kostet 149.000 Dollar und ist deshalb auch für kleinere Labore und Kliniken zu finanzieren. Es ist so groß wie ein Drucker und liest das menschliche Gen an einem Tag für Kosten von 1.000 Dollar aus. Der Ion Proton Sequencer von Life Technologies arbeitet mithilfe eines Chips, während bisher optische Verfahren verwendet wurden. Bill Bonello, Analyst bei RBC Capital Markets, kommentiert: "Die Nachricht ist gewaltig und kommt unerwartet. Das 1.000-Dollar-Gen ist der Heilige Gral der DNA-Sequenzierung." Mittelfristig könnte die DNS jedes Babys ermittelt werden. Neben der Medizin wird die Erbgutentschlüsselung in der Forensik und der Entwicklung von Biotreibstoffen oder Agrarprodukten eingesetzt. In allen Bereichen soll der Markt für Sequenzierungen wachsen. BCC Research schätzt, dass der daraus resultierende Umsatz von derzeit 1,5 Milliarden Dollar bis zum Jahr 2015 auf 3,3 Milliarden Dollar wachsen wird.
Life Technologies und der Konkurrent Illumina sind die größten Marktteilnehmer. Life Technologies ist breiter aufgestellt und bietet mehr als 50.000 Produkte für Medizin, Wissenschaft und Forschung an. Die Geräte von Illumina sind genauer, kosten dafür aber auch 500.000 bis 750.000 Dollar und sind langsamer. Doch ebenfalls im zweiten Halbjahr bringt Illumina den Sequenzierer Hiseq 2500 auf den Markt, der die Gen-Entschlüsselung in 24 Stunden möglich machen soll. In der jüngeren Vergangenheit hat die Sorge vor niedrigeren Staatsausgaben für die Forschung die Aktienkurse belastet. Doch anscheinend werden die Etats auch im Jahr 2012 nur um etwa ein Prozent gekürzt. Life Technologies und Illumina wachsen schnell. Life Technologies kommt auf eine operative Marge von 19 Prozent und Illumina auf 22 Prozent. Dafür wird Life Technologies nur mit einem KGV für 2012 von 11 und einem KBV von 1,8 bewertet, während man für Illumina ein KGV von 29 und ein KBV von 3,6 bezahlt. Beide Firmen gelten als Übernahmekandidaten. Gerüchten zufolge soll Roche bereit sein drei Milliarden Dollar für eine Transaktion auszugeben.
Änderungen in den Musterdepots von Börse Online:
Egmond Haidt, der Verantwortliche für das Basis-Musterportfolio, hat 150 Anteile von Fresenius Medical Care zu 54,36 Euro aufgenommen und bei 45 Euro abgesichert sowie 100 Exchange Traded Commodities (ETC; WKN A1E K0G) auf Gold zu 132,53 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 105 Euro gesetzt. Nun möchte er seine jeweils 80 Anleihen von EnBW (WKN A1A JTU) und Volkswagen (WKN A1A QKZ) ausbuchen. Dafür möchte er 300 Titel von BHP Billiton und 140 Stammaktien von BMW aufnehmen.
Stefan Otto, zuständig für das Nebenwerte-Musterdepot, möchte 900 Anteile der Schuler AG zu höchstens elf Euro einbuchen.
Daniel Saurenz, Betreuer des Zertifikate-Musterportfolios, hat 1.800 Put-Optionsscheine (WKN BN9 0QM) auf den DAX zu 3,75 Euro eingebucht und bei 1,90 Euro abgesichert. Nun möchte er seine 2.000 Call-Optionsscheine (WKN BP0 1V8) auf den DAX zu mindestens 4,50 Euro ausbuchen. Dafür sollen 1.200 Inline-Optionsscheine (WKN SG2 SGA) auf die Deutsche Bank aufgenommen werden.

Aktien-Strategie: Kontron kommt gut an
Nach vorläufigen Zahlen hat Kontron im vergangenen Jahr mehr als 580 Millionen Euro umgesetzt. Das neue Jahr soll stabil verlaufen. Nachdem ein Werk in Malaysia verkauft worden ist, dürfte der Erlös etwa 570 Millionen Euro betragen. Dabei soll die EBIT-Marge steigen. Die Experten von Aktien-Strategie verweisen darauf, dass diese Angaben bei den Anlegern gut angekommen sind. Die Bewertung der Aktie für weniger als den Buchwert hatte weit schlechtere Daten befürchten lassen. Zudem hellt sich auch das charttechnische Bild der fundamental sehr günstigen Aktie auf. Das Kursziel beträgt demnach acht Euro und der Stoppkurs sollte bei 4,76 Euro gesetzt werden.
Leserkommentare
Die Kommentarfunktion wird moderiert. Die Moderation liegt alleine bei der Börsenmedien AG. Kritische Diskussionen sind erwünscht, persönliche Beleidigungen hingegen werden entfernt.
Disqus ist ein Online-Dienst und wird von der Big Head Labs, Inc. aus San Francisco in den USA zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden sind in den Börsenmedien-Datenschutzbestimmungen zu finden.
Aktien-Reports
Weitere Artikel zum Thema
Bank-Aktien sollten die Anleger am Freitag im Auge behalten. Die Schweizer Großbank hat den en globalen sowie den europäischen Bankensektor hochgestuft. Aber es gibt noch mehr positive Meldungen....mehr |
Ist das die Trendwende auf dem europäischen Automarkt? Seit September 2011 ziehen die Autoverkäufe wieder an. Beste Voraussetzungen für Volkswagen. Die Aktie hat Potenzial nach oben. ...mehr |
Trotz eines positiven Kommentars von Exane BNP Paribas notiert die Aktie der Deutschen Bank am Donnerstag nahezu unverändert. Für mutige Anleger bieten Verschnaufpause eine gute Einstiegsgelegenheit....mehr |
Volkswagen setzt weiter auf Wachstum. Am Mittwoch überzeugte sich sogar Bundespräsident Joachim Gauck von den glänzenden Aussichten des Automobilkonzerns. Die Aktie hat in den letzten Tagen wieder zu alter Stärke zurück gefunden.
...mehr |
Der deutsche Aktienmarkt hat seine Rekordjagd am Mittwoch trotz schwacher Konjunkturdaten fortgesetzt. Zu den Gewinnern im Index zählen Commerzbank und Deutsche Bank....mehr |























